hirn

gedanken zur heimkehr...

zurück. fern vom luxus. ein hohles gefühl. überall. ich brauche keinen luxus, aber ein gefühl. es ist dort geblieben, wo es schon immer verweilen wollte.
ich möchte ein phönix sein und meine alte asche verlassen, zu etwas neuem wiedergeboren werden, neu erstehen.






nächtliche gedanken zur ifa...

nach der arbeit geht es direkt nach berlin. samstag dann sofort zur internationalen funkausstellung (ifa). es soll dort einen zwei meter hohen schwarzen kühlschrank geben, in den ein fernseher eingebaut ist. so wird der durchschnittshausfrau an ihrem arbeitsplatz nicht langweilig, sie vergisst den schmerz, den ihr ihre fußfesseln zufügen. die tiefen wunden der ehe werden durch sensationsgeile fernsehformate verdrängt. dadurch schmeckt ihr zubereitetes essen nur noch halb so zweitklassig.






thoughts







das mädchen

oft, wenn ich vom penny oder von der videothek komme, muss ich in ihr fenster schauen. sie hat eine einraumwohnung, so wie ich. ihre wände sind in malvenfarben gestrichen. sie sitzt oft an ihrem computer und schaut im internet herum. gelegentlich ist sie frisch geduscht und trägt ein handtuch um den kopf.
ich stehe nur eine minute dort, damit sie mich nicht entdeckt. aber ich freue mich immer, wenn sie daheim ist. wahrscheinlich wartet sie auch auf mich, denn ihre vorhänge zieht sie nie zu. irgendwann klingel ich mal bei ihr und werde dann sicher von ihrem türkischen boyfriend aus nächster nähe in den kopf geschossen spreche ihr meine bewunderung aus.






das erbrochene

es war schön. ein abend mit gemischten gefühlen. gespräche mit menschen, mit denen man sonst nie sprach. es sagte mir zu.

gerade durch den regen nach hause gelaufen. stiefel entschnürt und inbrünstig in die keramik erbrochen.
es war toll. grandios. fast so, als würde jekyll hyde abstreifen. entleeren wir unser inneres. gebären wir uns neu.

wunderschön. die türkische pizza formte im becken fragmente, die wirkten, als sähe man sie durch ein kaleidoskop.

der körper und seine raren funktionen beeindrucken mich.






sind wir jetzt wieder freunde?

diese internet-welt ist eigenartig! da hat man fast acht jahre keinen kontakt zum eigenen vater und fügt ihn dann ganz unverbindlich auf stayfriends.de seinen kontakten zu.

vielleicht schicke ich ihm mal eine elektronische postkarte.






das parfüm

habe gerade 'das parfüm' gesehen. etwas enttäuschender und für meinen geschmack zu fader schluss für einen film, der so gut begann.
mal sehen, was die restlichen filme bieten.






aufgeben

mein opa bereitet sich auf das sterben vor. er hat keine lust mehr, jeden tag die sonne aufgehen zu sehen. deshalb legt er sich momentan einfach ins bett und versucht aufzuhören, wartet darauf, dass nichts mehr passiert, dass das herz zu schlagen aufhört. so liegt er einfach da und wartet. verweigert sich seinerselbst.
aber so einfach ist es nicht. die atmung will nicht aufhören, die augen wollen immer weiter an die decke schauen, beobachten das nichts. der kopf ist wach. zu wach.
'ein mensch will schneller aus dem leben scheiden, als es ihm möglich ist', schrieb sibylle berg einmal. und damit hat sie recht.

er geht nicht ins krankenhaus. man sagte ihm dort, dass man ihm nicht mehr helfen kann. vor einigen monaten malte er noch mandalas aus, sie durchfuhren ihn mit neuer kraft.

jetzt macht er nichts mehr. liegt nur noch da. und wartet.






die königin

meine gedanken sind bei ihr. immer wenn ich in einem laden mit meiner kreditkarte bezahle, streichel ich mit dem daumen über eines ihrer fotos, die in meinem geldbeutel seit jahren wohnen. dann denke ich, dass sie es fühlt, sich noch geborgener fühlt, sich bedacht fühlt. sich fühlt.






müll

'wirf deinen verdammten müll noch einmal in meine mülltonne, dann bastelst du für den martinshof!' - das wollte ich eben als kleines schild fertig machen und auf eine tüte kleben, die ich dem müllattentäter an seine türklinge hängen wollte. denn er hat es schon wieder getan! ich weiß genau, wer er ist. ich habe ihn schon einmal zur rede gestellt und ihn gefragt, was das soll, wenn er mir ekelmüll in die tonne wirft. das waren teilweise schon taschentücher mit kot dran.
heute habe ich ihn leider nicht auf frischer tat ertappt. aber mit einem handschuh habe ich seinen müll in eine plastiktüte gesteckt und werde sie gleich an seine haustür hängen. in den nächsten nächten warte ich im dunklen keller auf ihn. am besten krieche ich in meine mülltonne und erschrecke ihn. oder ich bastel einen mechanismus an den deckel, der einen vorschlaghammer auslöst und ihm mal so richtig gegen sein schienbein kloppt.

er ist zurück geblieben. da muss ich vorsichtig sein. da wird körperverletzung noch etwas anders behandelt als bei normalen menschen. aber ich kann ihn ja durch psychische gewalt vernichten.






informationsterminal


post an herrn twiggs

▫ dieses tagebuch besteht seit qualvollen 996 tagen.

▫ es gibt 260 beiträge und 698 kommentare.

▫ es befinden sich 90 blogköpfe in der rotation.

das alte weblog auf 20six enthält 311 beiträge.

jetzt sofort hier abonnieren und nichts mehr verpassen!

kommentare

▫ canela.wordpress schrieb:
soll ich ihnen meine nachbarn ausleihen?...
▫ Der Schneekoenig (anonym) schrieb:
Oh, ich habe mich so oft verschrieben - und...
▫ Djon (anonym) schrieb:
Mr. Hyde
▫ Der Schneekoenig (anonym) schrieb:
1. Traegst du in dieser entzueckenden kleinen...
▫ Der Schneekoenig (anonym) schrieb:
Schreibe, bitte, nicht immer solche Sachen;...
▫ Der Schneekoenig (anonym) schrieb:
Mir stellt sich ja die Frage, WAS du getrunken...
▫ Der Schneekoenig (anonym) schrieb:
Nichts gegen dich, mein Schoener, aber dieses...

mitgliederlogin

This link kills spam