hirn
vorhin musste ich an den schnee in der kindheit denken. im halbschlaf kamen mir die erinnerungen. nein, ich rede nicht von drogen, ich meine dieses weiße zeug, das bei sehr kalten temperaturen vom himmel fällt. ich erinnerte mich daran, wie schön es damals war, im sonnenuntergang durch die wohnsiedlung zu wandern und die bäume zu beobachten, die sich unter der last des schnees beugten. der abend erschien erleuchtet.
dann die erinnerungen an die schulzeit, die durchsagen des direktors, dass wir uns nicht mit schneebällen bewerfen sollen, da schnee gefährlich sei. er erzählte dann wieder die geschichte vom kleinen mädchen, das in einem winter ihr augenlicht durch einen eisball verlor. das war gruselig und alle hatten wir angst vor dem schnee, auch wenn solche geschichten eher urbane legenden sind und solche vorfälle eher unwahrscheinlich sind.
schnee war toll. damals. jetzt nervt er. gelegentlich erfreut man sich an ihm, doch hat man ein anderes leben als früher. schnee ist nichtig. man hat kaum zeit, sich an ihm zu ergötzen. außerdem bleibt er kaum zwei tage liegen. früher war das anders. es gab sogar schnee bis hoch zum knöchel oder höher.
eine zeitreise wäre fein. ich würde noch einmal den schnee der kindheit fressen, mich darin wälzen und das mädchen retten, das einer urbanen legende zum opfer fiel.
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Mittwoch, 28. Januar 2009, 17:35h in der abteilung:
hirn

das war aber mal wieder ein scheiß
leben tag heute. ich brauche erholung, aber in etwas weniger als 22 stunden habe ich berliner boden unter den füßen. es wurde auch wieder zeit, immerhin muss ich meine
life bar wieder auffüllen.
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Mittwoch, 8. Oktober 2008, 23:22h in der abteilung:
hirn

wäre diese buchstabenkombination nicht so negativ behaftet, gäbe es sicher t-shirts in der größe ss.
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Montag, 29. September 2008, 23:29h in der abteilung:
hirn

du weißt, dass ich es nicht mag, wenn du um diese uhrzeit allein durch diesen stadtteil läufst?
ja, es ist mir bewusst. aber was soll man machen? ich brauchte zigaretten. damals gingen die jäger um diese zeit los, um nahrung für ihre sippe zu reißen - das steckt einfach noch so drin.
aha. hast du denn auch nahrung gekauft?
an der tankstelle? das ist mir zu teuer. ich würde dort nicht einmal tanken. ein carazza kaufte ich.
stillte es deinen hunger?
nein. die zusatzstoffe verrichteten ihre aufgabe: ich bin hungriger als zuvor.
bist du dir bewusst, dass du eben den größten umweg deines bisherigen lebens liefst?
ja. zuletzt hatte ich das in 'silent hill 2', als ich das 'woodside apartment' suchte.
fürchtest du dich, wenn du um diese zeit durch dunkle straßen läufst?
es gibt keine minute, in der ich mich nicht fürchte. ich sehe im dunkeln immer irgendwelche leute an mir vorbei huschen. schatten und schemen. oder irgendwelche leute stehen weit entfernt an einer hauswand, soöter entpuppen sie sich als tote gegenstände. aber ich habe das mit der zeit einfach angenommen. es ist ein teil von mir. ich bin machtlos und nehme es hin. außerdem fühlt es sich wie eine neugeburt an, wenn man von dunklen seitenstraßen wieder auf beleuchtete straßen trifft.
solltest du jetzt um kurz nach drei nicht schlafen? immerhin musst du wieder arbeiten und dort funktionieren.
du hast recht, aber ich schlief vorhin schon fünf stunden, ohne es zu wollen. und ich funktioniere eh. für das 'copy & paste'-abenteuer, das ich derzeit durchleide, brauchte ich keine kraft. ich muss nicht einmal wach sein. es läuft automatisiert ab. zwischendurch erwache ich aus meiner trance und stelle fest, dass ich schon seit stunden feierabend habe.
denkst du gelegentlich an stuttgart?
mir fallen die augen gerade zu. ich glaube, mein bett ruft.
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Montag, 29. September 2008, 02:46h in der abteilung:
hirn

um 19h fahre ich in berlin los, um dann einige stunden später wieder daheim zu sein. es ist derzeit eher ein "daheim". lieber würde ich heute schon für immer hier bleiben. hier in der stadt aus gold. aber so schnell geht das dann doch nicht.
gut, die wichtigsten dinge sind schon hier: die gedanken. muss ich später weniger mitnehmen. ist mehr platz für hüte im koffer.
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Sonntag, 7. September 2008, 16:00h in der abteilung:
hirn

zurück. fern vom luxus. ein hohles gefühl. überall. ich brauche keinen luxus, aber ein gefühl. es ist dort geblieben, wo es schon immer verweilen wollte.
ich möchte ein phönix sein und meine alte asche verlassen, zu etwas neuem wiedergeboren werden, neu erstehen.
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Montag, 1. September 2008, 01:08h in der abteilung:
hirn

nach der arbeit geht es direkt nach berlin. samstag dann sofort zur
internationalen funkausstellung (ifa). es soll dort einen zwei meter hohen schwarzen kühlschrank geben, in den ein fernseher eingebaut ist. so wird der durchschnittshausfrau an ihrem arbeitsplatz nicht langweilig, sie vergisst den schmerz, den ihr ihre fußfesseln zufügen. die tiefen wunden der ehe werden durch sensationsgeile fernsehformate verdrängt. dadurch schmeckt ihr zubereitetes essen nur noch halb so zweitklassig.
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Freitag, 29. August 2008, 00:35h in der abteilung:
hirn


oft, wenn ich vom penny oder von der videothek komme, muss ich in ihr fenster schauen. sie hat eine einraumwohnung, so wie ich. ihre wände sind in malvenfarben gestrichen. sie sitzt oft an ihrem computer und schaut im internet herum. gelegentlich ist sie frisch geduscht und trägt ein handtuch um den kopf.
ich stehe nur eine minute dort, damit sie mich nicht entdeckt. aber ich freue mich immer, wenn sie daheim ist. wahrscheinlich wartet sie auch auf mich, denn ihre vorhänge zieht sie nie zu. irgendwann klingel ich mal bei ihr und werde dann sicher von ihrem türkischen boyfriend aus nächster nähe in den kopf geschossen spreche ihr meine bewunderung aus.
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Dienstag, 4. Dezember 2007, 21:59h in der abteilung:
hirn

es war schön. ein abend mit gemischten gefühlen. gespräche mit menschen, mit denen man sonst nie sprach. es sagte mir zu.
gerade durch den regen nach hause gelaufen. stiefel entschnürt und inbrünstig in die keramik erbrochen.
es war toll. grandios. fast so, als würde jekyll hyde abstreifen. entleeren wir unser inneres.
gebären wir uns neu.
wunderschön. die türkische pizza formte im becken fragmente, die wirkten, als sähe man sie durch ein kaleidoskop.
der körper und seine raren funktionen beeindrucken mich.
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Sonntag, 25. November 2007, 04:29h in der abteilung:
hirn