
da fand ich gerade die cd mit diesem einen tollen score. ein fehlbrand. sie ließ sich nicht wirklich abspielen. und in dem moment, als die heroischen klänge es fast schafften, mein gemüt zu erheitern, verstummte die melodie. die technik arbeitet gegen mich. das wusste ich schon lange. der pc zu langsam. photoshop braucht mehr als fünf minuten zum start. das halt bald ein ende. der rotfuchs bastelt mir einen neuen computer zusammen, mit dem ich sogar online auf die frogs schießen kann. sowas wäre jetzt genau das richtige. sinnlose gewalt, blut und verstümmelung. ohne panzer. vielleicht nur mit einem messer. zivilisten metzeln und
friendly fire.
das wird heute aber nicht mehr passieren. auch morgen nicht. der pc stirbt mir unter den händen weg. ich schaue zu, wie er irgendwas rechnet. stundenlang passiert nichts - schwupp - öffnet sich ein programm. sowas hätte es früher nicht gegeben, aber da machte einen ja auch pacman glücklich. man bestaunte in kleiner gruppe diese sagenhafte grafik, weinte sich die augen aus, weil alles bunter war als im wirklichen leben.
eben chattete ich ein wenig. smalltalk und interessantes. alle gingen ohne verabschiedung. sowas hasse ich. im wirklichen leben wäre sowas lustig. das gegenüber wartet auf eine antwort und man geht einfach nach hause. solche gedanken gibt es zwischendurch. wie würde mein gegenüber reagieren, wenn ich ihm jetzt meinen kalten kaffee regungslos ins gesicht schütte?
ich denke eh den tag über nur komische dinge. rette in gedanken irgendwelchen hässlichen menschen das leben. stelle mir vor, wie ich heroisch meinen häschern entkomme. ich träume davon, wie es sich wohl anfühlt, ein intaktes hirn zu haben.
'the mercy seat' von
johnny cash ist grandios. gut, eigentlich ist es von nick cave, aber das macht nichts. johnny hat ein paar tolle coversongs gebastelt. es beginnt wie jedes seiner lieder, aber später kommt ein depressives klavier hinzu, das sich immer mehr steigert und nachher alleine spielt. höre seit dem wochenende nur noch johnny. schade, dass er tot ist. hätte gerne mal seine hand geschüttelt oder geküsst.
nachher gehe ich nach dem aufstehen nochmal zum arzt. vielleicht kann er mir die hirnkanäle durchspülen, das gemüt austauschen und das herz mit zucker füttern. dann tauchen wir unsere hände in die fingerfarben dieser erde und malen uns die welt schön. bäume, wiesen und schöne häuser - alles in gelb und blau. ein kleines blaues schaf würde an einer unbekannten blauen blume riechen.
danach tanzen wir im abendlichen glitterschauer über die versteckten wiesen der stadt, singen vergessene lieder unserer großväter und essen dabei multifarbene tabletten aus dem medizinschrank.
ein wundervoller plan. ein schöner gedanke zur nacht.
das bett ruft. eigentlich habe ich es nie verlassen. fühle mich momentan so, als würde ich seit einigen jahren schlafen. vielleicht ist das leben auch nur ein traum und wir wachen irgendwann auf und stellen fest, dass sich nichts geändert hat.
bevor ich nun mein ganzes pulver verschieße und später kaum noch eigenzitate für meine memoiren erfinden kann, schließe ich hier für heute ab. der johnny wird mir noch ein paar mal das schöne lied spielen. danach kann ich sicher schlafen.
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Dienstag, 18. Dezember 2007, 00:37h in der abteilung:
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