abendgestaltung

da ich an diesem wochenende nicht kuscheln werde, bin ich mal wieder in meine stammvideothek gegangen. aber in die zweite. die gelbe. nicht die blaue. denn die mag ich nicht mehr, seitdem ich diesen komischen streit mit dem fetten türken hatte, der dort arbeitet. außerdem ist der chef dort ein arschloch und mault eine halbe stunde vor feierabend schon herum, dass man sich gefälligst mit der filmauswahl beeilen soll. da so eine filmsuche bei mir aber mindestens 1,5 stunden beansprucht, wollte ich mich heute nicht hetzen lassen und wählte gelb. wieder war endlos viel pack zugegen, aber ich bin zu gut gelaunt, als dass ich mich jetzt hier über die ausländer in meinem stadtteil auslasse.

da er mir wärmstens empfohlen wurde, habe ich mir hatchet ausgeliehen. keine ahnung, worum es dort geht. es soll viel blut geben und oldschool-horror, was auch immer das ist. wer bestimmt das? wer sagt, 'hey, du bist nun oldschool-horror. du leider nicht. tschüß!'? egal. schaue ich mir dennoch an. oh, wie schön kane hodder macht dort mit und robert englund. - das heißt aber auch nichts, wenn man sich einmal vor augen führt, in welchen schlechten filmen sie schon agierten.

als zweiten film wählte ich wrong turn 2: dead end. ich erwarte nichts. habe den ersten teil gehasst und in der mitte ausgeschaltet. wollte dem zweiten teil eine chance geben. der plot des zweiten teils wirkt ja sehr einfallsreich: ein filmteam wird von freaks belagert. hatten wir das in der vergangenheit nicht schon öfter? oh nein, es ist nicht wirklich ein filmteam, es ist ein reality-show-team. da bin ich ja beruhigt. und henry rollins spielt mit. das entschädigt vielleicht.

da ich sehr schwer zu beeindrucken bin, was filmkunst anbelangt, fiel meine dritte wahl auf ein spiel, falls ich meine filme frühzeitig ausschalten muss. ich lieh call of duty 2: big red one. ich hatte einfach lust auf krieg und blut, das hoffentlich in der deutschen version nicht grün ist. außerdem kann man das online spielen und ich wollte unbedingt mal wieder auf franzosen schießen.

morgen geht es zum gothfest. lege schonmal meine haare ein, damit ich sie ohne probleme morgen abend scheiteln kann.






irgendwie von der perforation der intoleranz...

nach der arbeit und dem anschließen stammtisch war ich gestern recht schnell müde. die schläuche wurden schnell aus der schläfe gezogen und das heimische aufgesucht. ich schlief wie ein junger prinz, was wohl daran liegt, dass ich mich momentan wie einer fühle. gut, nicht wie einer, der sich zu halloween als nazi verkleiden würde - eher ganztags. doch mein schlaf sollte nicht wirklich lange anhalten. gegen 3h plagten mich fieberhafte träume, visionen einer besseren welt. sie zwangen mich, vorzeitig das bett zu verlassen, um zu rauchen, dabei musik zu hören und am blog zu basteln. neue links rein, alte links raus. alte links rein, neue links raus. wahrscheinlich auch andersrum. 'in der kreativität der linksetzung gibt es keine barrieren.' - sagte einst ein weiser mann, bevor der bolzen seine gedanken verdrängte. und wahrscheinlich lag es auch am überflüssigen adrenalinschub des abends. denn nach dem stammtisch hatte mein chef die fixe idee, doch spontan mit uns achterbahn zu fahren. wie ein kleiner junge zog er sich freuend seine jacke an und wir dann saßen wir auch schon in der polnischen achterbahn. wahrscheinlich war sie gestohlen. die arbeiterschaft sprach kein wort deutsch. informationen zu gefahren wurden einem von einer polnischen stewardess mit kruden handbewegungen vorgestellt. sie war süß, fiktiv und hieß ina. ina war eigentlich eine russin. doch durch ihre politische flucht musste sich sich als polin konvertieren lassen und landete bei der achterbahn. dort fristet sie nun ihr dunkles dasein und wartet auf den tag. ihren tag.

ich sollte schnell zum lidl laufen und mir getränke kaufen. habe das gefühl, mein geist würde an der linken inneren kopfhälfte festkleben. außerdem mag ich den heutigen tag nicht unbedingt am computer verbringen. die letzten gänseblümchen wollen entdeckt werden. außerdem könnte die nasszelle mal wieder eine weiße wandfarbe erfahren. deshalb kaufe ich mir gleich putzmittel, auf dem der vermerk ätzend aufgebracht ist. wahrscheinlich perforiert das noch jahre später die lungen meiner besucher, die in diesem raum ihre notdurft verrichten.
ist es nicht eine komische angelegenheit, wenn man sich das so vorstellt? man betritt einen raum in einer wohnung oder einer firma, um sich dort auf einen sitzt zu setzen, um kot zu lassen? recht merkwürdig. aber man gewöhnt sich an alles.

derzeit muss ich meine bettlektüre angstspiel von jonathan nasaw gegen website boosting von prof. dr. mario fischer eintauschen. eigentlich ist mir mehr nach bestialischen morden, als nach seo. gut, suchmaschinenoptimierung setze ich gleich mit bestialischen morden. gedankenmord. sie gleicht dem blick in die bundeslade, die einem kreischend den verstand raubt.
und in diesem buch stand etwas über barrierefreie seiten. seiten, die mit hilfsmitteln auch von behinderten bundesbürgern besucht und navigiert werden kann. dazu gibt es irgendwo ein spast-o-meter, mit dem man nachschauen kann, wie ein internationaler behinderter mit der seite zurecht kommt. wahrscheinlich gibt es dafür eine niederlassung in einem verstrahlten industriegebiet in buxtehude, wo dann 300 sichtlich behinderte menschen versuchen, ein buch bei amazon zu bestellen. juroren der welt schauen sich das täglich an und trinken dazu mate.tee. später am abend...

a)...schlagen sie ihre frauen zusammen, weil sie ihr langweiliges leben nicht verkraften können. es widert sie an, täglich menschen beim versagen zu beobachten und sich nur in babylauten verständigen zu können.

b)...trinken sie ebenfalls mate-tee. der beruhigt. verdrängt die wirren gedanken von blut und mord. macht sie sanft, damit sie ihre frauen zusammenschlagen können, weil sie ihr langweiliges leben nicht verkraften. es widert sie an, täglich menschen beim versagen zu beobachten und sich nur in babylauten verständigen zu können.

ist meine seite barrierefrei? besitzt sie eine virtuelle rampe für rollstuhlfahrer? kann karl der kuhle klappskalli meinen blog lesen, auch wenn seine verseuchte mutter ihm die augen nahm? - ich habe keine ahnung. werde nachher mal in dem buch nach dem spast-o-meter schauen. im buch steht auch, dass die seite der bundesregierung wohl nicht behindertentauglich ist. aber auch normale menschen kommen mit so vielen seiten nicht klar. sie sitzen vor ihrem monitor und verzweifeln, beißen sich pures fleisch aus ihren gesichtern, weil sie nicht wissen, wo sie klicken sollen. obwohl ein großer animierter pfeil fast ihre iris zu zerschneiden versucht und den button markiert. sie sind einfach hilflos und sagen dann, dass das internet ihr leben bereichert. es sind auch diese spacken, die ein www vor ihre mailadresse schreiben und am wochenende zurückgezogen weinen, weil sie keine post bekommen.
und ich hätte es nicht geglaubt, wieviele menschen das tun. also das mit dem www, nicht das heulen. da möchte man nachts vor ihren häusern lauern und ihnen die augen eindrücken. oder sie den kantstein beißen lassen. bei sowas kenne ich nichts. so ein fehlverhalten macht mich aggressiv. sowas kann ich nicht durchlassen.

wo wir gerade wieder vom abschaum der menschheit sprechen: ich gehe nun zum lidl und kaufe mir gesunde dinge, wie z.b. schokodonuts mit fetthaltiger glasur, kippen und cola. mehr brauche ich nicht, um mir den magen zu perforieren.






und die restlichen fünf leser dürfen bleiben

die programmierer von twoday.net entwarfen ein neues feature, das leider nur für weblog-administratoren sichtbar ist: das random-text-feature.
es bastelt aus verschiedenen blogeinträgen neue zusammenhänge, teilweise recht sinnleere, falls die blogeinträge das nicht schon vorher waren. dann entstehen texte wie diese hier:

mit gepackten koffern fuhr linda zu ihrer mutter in den unterleib.

ich habe ein schnäppchen gemacht, das ist eine frau!

...weiterführen und meine leserschaft, die sicher allesamt eigenartige vegetarier waren, liefen mit transparenten durch die scheibe und blickten in richtung fenster.

da schreibt man wildfremde leute an, bekundet seine sympathie und wird mir blut spenden.

dreck zwischen meinen zähnen knirscht.


das ganze erinnert mich an eine magere version von out of my mind, butows textgenerator, der sich alle paar sekunden neu läd und neue wörter generiert.

unser ungebändigtes blatt papier umschmiegt hastig den schatten






november 2003-2006

da ich ziemlich irre bin, statistiken und aufzählungen liebe, gerne dinge zähle und darauf abfahre, kleine teile nach farben zu sortieren, erstellte ich flugs diesen überflüssigen november-jahres-dingens:

november 2003
halloween als tote crackhure gefeiert.
videozusammenschnitt für die halloween-party gebastelt.
schnee nicht gemocht.
verdrängungs-hormon nicht intakt.
allgemeine wetterunzufriedenheit.
an schlaghosenjungs in blau gedacht, in die man einst verliebt war.
gelitten wegen stuttgart.
natürliche medikamente gegen stuttgart genommen.
die wahre liebe gesucht, die es anscheinend nur in groschenromanen gibt.
internetbeziehung mit paris geführt.
von frankreich und der freiheit geträumt.
menschen in öffentlichen verkehrsmitteln gehasst.
in einer wohngemeinschaft mit fetter frau gewohnt.

november 2004
halloween als tote crackhure gefeiert (tote uschi).
mit berni und john ekeliges backwerk für die halloween-party zubereitet.
schnee nicht gemocht.
auf zwei halloween-partys gewesen.
lucky strikes mit dem original tabakgeschmack von 1919.
mit dorn fischbilder gemacht.
oft im internet-café blogeinträge geschrieben und es gehasst.
'jens vom turm' lieh mir sein e-piano, das noch immer hier steht und hits für mich bastelt.
geschichte über die ehemalige wohngemeinschaft mit dicker frau geschrieben.

november 2005
halloween mehrmals blutüberströmt gefeiert.
schnee gemocht.
peggy lukac als irene herrmann in 'hinter gittern' vergöttert.
'eisiges licht 2' mit 'dismembered memories' erschien.

november 2006
kein halloween gefeiert.
der npd vor der tür beim bunten treiben zugesehen.
schnee gemocht.
stundenlang auf den techniker der telekom gewartet.
dsl erhalten.
analoges modem rituell verbrannt.
für die frau mutter dinge wegen angstattacken eingekauft.
konzerte geguckt.
musikalisch gewesen.






irgendwie von dumen und dummen...

'intelligenz - segen oder fluch?' - so der titel meiner fiktiven abschlussarbeit meines studiums in misanthrophie. figuren des lebens, die sich gerade fragen, ob das wort intelligenz mit einem oder gar mit drei 'l' geschrieben wird, sollten sich lieber beim nachbarn eine tasse mehl borgen, wahrscheinlich das highlight ihres morgens. die restlichen fünf leser dürfen bleiben. 'besäßen wir doch alle nur wenig geist, dann wäre das leben viel einfacher und die welt würde wie aus wackelpudding sein' - sagte einst meine königin. und sie behielt recht. wie immer, denn meine königin ist weise. nicht umsonst besitzt sie ein diplom.

ich bin mir sicher, dass da wahres dran ist. immerhin scheinen menschen, die wenig im kopf haben, ein glücklicheres leben zu führen. sie müssen nicht über unwichtige dinge nachdenken. fragen nicht nach dem warum. sie interessiert es nicht, warum es das leben gibt. wo gott ist. ob das universum unendlich. oder wie viele achtelnoten in einen viervierteltakt passen. sie beschäftigen sich oft nicht einmal mit der frage, ob das lämpchen noch brennt, wenn der kühlschrank geschlossen ist. kurzum, sie haben mit einem minderen geist keine große veranlagung zum denken. und oft glaube ich, dass das leben wirklich so viel schöner sein kann. man hat so viel mehr zeit, sich den schönen dingen des lebens widmen zu können: blumen, wiesen und nutella. gestern beobachtete ich ein pärchen im bus. es küsste sich ohne pause. schon allein beim zusehen wurde mir schwindelig. das mädchen trank dabei nach herzenslust cola, blickte immer wieder durch die öffnung der flasche und freute sich des lebens. wahrscheinlich eine art der philosophie der niedrigen - der menschen der unteren stadt, die nur nachts an die oberfläche treten, um den dreck der intelligenten wegzuräumen. ihr partner küsste sie ständig. wie ich eingangs schon schrieb. eigentlich taten sie nichts anderes. die ganze fahrt. gut, küssen ist schön. auch wir küssen, wenn wir nicht unbedingt einen herpes mit uns herumtragen. dann sprachen die beiden über die cola des mädchens. sie wollte wissen, welche unterschiede es bei den verschiedenen cola-sorten gibt. sie spannten in ihre spannende diskussion sogar andere dumme leute, die im bus saßen, mit ein. am schluss wussten sie wohl, dass der unterschied der verschiedenen sorten im geschmackt liegt. das freute sie. und da sie so ein helles lichtlein war, ließ sie sich weitere drei stunden küssen und fast auf dem boden durchnageln. habe dann erstmal in meine prada-tasche gebrochen und mir mit einem abgebrochenen bleistift in den augenhöhlen gestochert, um zu überprüfen, ob ich noch am leben bin.
die beiden waren wirklich so richtig saublöd. tut mir leid, aber dem war so. ich urteile ungern über menschen, die ich nicht kenne - ach, verdammt - es macht einfach so viel spaß! und der bus war gestern voll von denen. wahrscheinlich waren sie auf dem weg in ein werk, in dem aus ihnen seife hergestellt wird. gut, es ist momentan freimarkt in der stadt. bunte lichter, fressen, bunte lichter, bunte lichter, bunte lichter...

'was macht man, wenn man dumen anwalt hat?' - pluspunkt für das richtige komma, wird aber wieder abgezogen, weil fair. und man fragt sich hier, ob der anwalt wirklich dum ist. vielleicht möchte er einfach seine arbeit machen. und da kommen plötzlich die cola-philosophen vorbei und wollen ihm zeigen, wie man im rechtsgeschäft arbeitet. das stößt ihm natürlich bitter auf. solchen leuten verpult er dann gerne mal einen. wie seiner frau, der ulrike (jetzt hagelt es sicher leserbriefe, in denen die leute mir schreiben, ich sei selber dum, weil es 'die' ulrike heißt).

aber lassen wir das. ich studiere einfach fiktiv weiter, schaue mir nachher wieder das bunte treiben der wasserköpfe in den öffentlichen verkehrsmitteln an und träume von einer besseren welt, in der wir uns nicht wirklich gedanken um etwas machen müssen. wir stoßen uns die köpfe und sind dennoch glücklich, weil unsere cola nicht überschwappte.

mein herpes ist fast weg. cortison ist ein teufelskerl! man trägt es auf und kann schon bei der leichtesten berührung sehen, wie sich das gewebe alsbald (das heißt nicht als, das heißt wie! - ruhe nun!) regeneriert.
dann kann ich am wochenende auch wieder knutschen. wie löblich. dazu schwenke ich die fahne und freue mich.

mal schauen, was ich noch mit dem heutigen tag anfangen werde. habe da schon ein paar ideen in meine entscheidungsmaschine eingelassen. einmal durchgeschüttelt und blind hineingegriffen. idee #56: aufräumen. noch einmal durchgeschüttelt. und noch einmal. idee #78: autogenes training. wie barbarisch. erneut durchgeschüttelt. idee #243: blogschreiben.

mmh, ich sollte die maschine mal überholen lassen.






irgendwie von koks und räucherstäbchen...

ein neuer morgen lacht. ich habe gut geschlafen und eigentlich wieder zuviel. bin direkt nach der arbeit ins bett gegangen und habe bis halb fünf geschlafen. das ist nicht wirklich toll, aber so gewöhne ich mir sicher wieder einen neuen schlafrhythmus an. schön wäre das, aber sicher sieht es dann am wochenende wieder anders aus. denn an den wochenenden lässt man all seine selbst auferlegten angewohnheiten und prioritäten sausen - man lebt, frisst und fickt. oder schläft. egal. irgendwas macht man und dann ist der ganze ablauf für die katz!
zum frühstück gibt es jetzt spaghetti in käse-sahne sauce von knorr. ich liebe diese galvanisierenden produkte, die mit geschmacksverstärkern vollgepumt werden. pulverartiges wird innerhalb weniger sekunden zu einer festen masse. es schmeckt besser als bei muttern. käse schmeckte noch nie so sehr nach käse. ein hoch auf die chemie- und lebensmittelindustrie - obwohl das sicher das gleiche ist. man darf sich einfach nicht vor augen führen, was man da gerade in seinen körper herabgleiten lässt. augen zu und durch, an bunte wiesen denken, vielleicht auch an frau antje aus holland. gibt es die noch? sie war meine liebste werbefigur, als ich klein war. ich wollte immer wie frau antje sein. sie wusste, wie man lebt. klar war sie einsam, aber sie konnte den käse so filigran tranchieren, dass ich immer den tränen nahe war.

die bloggerlesung war schön. ich habe es genossen, einem kleinen großen publikum ein paar meiner ergüsse vorzulesen. da bin ich doch glatt auf den geschmack gekommen, sowas in der art öfter zu machen. gerne mit anderen, die auch schöne texte haben und ebenfalls gerne abartig sind.
eigentlich könnte ich nun den ganzen leseabend hier aufführen, aber dazu habe ich keine wirkliche lust. das wäre dann eine fiese beweihräucherung und das überlasse ich anderen. ansonsten haben hella und quirinus über den abend geschrieben.
wie gesagt, ich würde gerne an diesen abend anknüpfen, aber eher in einer anderen form.

meine strickjacke duftet noch nach ihm. ertappe mich dabei, verträumt auf der arbeit meine nase tief ins gewebe zu stecken. das tat ich zuletzt, als mir koks auf den ärmel krümelte. könnte nun ein räucherstäbchen als ersatzstoff anzünden. eine feine idee. dazu schöne musik und noch 1,5 stunden von einer besseren welt träumen, in der wir bäume pflanzen, häuser waschen und autos mit lockrufen in die enge treiben.

the search for another von james horner aus dem film 'bicentennial man' läuft hier gerade auf wiederholung. der film ist schön, obwohl dort robin williams mitspielt. den mag ich nicht besonders, weil er immer so komische rollen spielt. doch bewies er in anderen film, dass er auch tragisches spielen kann. seitdem akzeptiere ich ihn. und er mich.

nun schaue ich, ob es hier irgendwo noch schicke pulvernahrung gibt, die ich zu mir nehmen könnte. der tag ist noch jung und ich werde ihn mit essen füllen.






irgendwie vom kuscheln und starbucks...

gerade eben schwamm ich an die oberfläche, um mir neue zigaretten zu kaufen. der tag ist dunkel und verregnet. es ist kalt und nass. ein tag, an dem man am liebsten seine ganzen jobs kündigt und sich bis zum frühling irgendwo einschließt. in dieser zeit ernährt man sich dann von kartoffelbrei in pulverform, schaut advantgardistisches filmgut und singt arbeiterlieder. es ist heute ein tag der schrecklichen art. und alle leute haben den gleichen blick. sie wünschen zurück ins bett, zurück in die mutter, dort, wo es warm und geborgen schien. sie wollen wieder zurück zu ihren wurzeln, wollen kuscheln, sich an fremden gedärm die nase plattdrücken. in der bahn sitzen sie dann voller kummer, denken in prosa in ihre milchspenderin, an den warmen schoß, frieren sich innerlich zu tode und singen täglich das selbe lied vom langweiligen alltag. sie wollen ausbrechen, doch ihre flügel sind gestutzt.
vor einigen tagen kaufte ich mir diese perversen fliegenfänger. diese kleinen röllchen, in denen sich ein spiralförmiges klebeband befindet. handwarm zieht man es heraus und hängt es sich unter die decke. lockstoffe ziehen das getier an, um es dann bei kontakt festzuhalten, es nie wieder gehen zu lassen. es verreckt langsam, kann die flügel nicht mehr bewegen. wie treibsand. je mehr sich das getier wehrt, desto stärker verliert es sich im sumpf der klebewelt. habe lange den kampf beobachtet, fand es nach kurzer zeit zu langweilig, einem tier beim sterben zuzuschauen. ödete mich an. oft dauert es zu lang oder zu kurz. ist emotionslos, leidet leise. früher weinte ich im urlaub, wenn die fliegenfänger voller toter leiber die decken der ferienhäuser schmückten. mit aller kraft flatterten die kleinen geleimten flügelchen und wollten das haus davon tragen.

die zeitung gebar eine neuigkeit. meinem stadtteil gehört ein starbucks. ein starbucks. ein starbucks im ghetto. zwischen endstation, sozialamt und moschee. ein amerikanischer kaffeeanbieter in der waterfront, dem toten space park bremen. erster mieter eines neuen projekts, das erst im frühjar nächsten jahres das licht der welt erblicken soll. im ghetto. ein starbucks.
ich kann es nicht oft genug schreiben und überlege, was man diesem starbucks zahlte, damit es dort sein lager aufschlägt, schon vorzeitig öffnet, um unanwesende kunden zu bedienen. nadine arbeitet im starbucks. aufgrund des nichtvorhandenseins von kunden wurde wert darauf gelegt, kaffeespezialitäten mit mindestens doppelter persönlichkeit einzustellen, damit man sich im neuen standort nicht zu sehr langweilt. nadine wischt den ganzen tag tische und versprüht künstlichen kaffeeduft, damit sie das gefühl von amerika oder kolumbien in sich aufsaugen kann. sie weiß nicht, weshalb sie dort jeden tag hinfährt. eines ihrer 'ihrs' verschaffte ihr diesen job.

so ein quatsch. ein kino hat die werdende waterfront schon. schon lange. schon zu zeiten des space park. waterfront. so ein scheiß. relaxen und entspannen, was die gleiche bedeutung hat, im schoße eines toten stadtteils. ein starbucks. einsam und verlassen in einem gebäude, dass eine stadt prägen sollte und auf die gleiche einsame art und weise verstummte, wie es das musical theater tat. heimlich verabschiedete es sich von der stadt, sollte es doch einst mittelpunkt der welt werden.

ach, kleine stadt, die du dort heute im regen kuschelst, wieso möchtest du immer mehr sein als du bist? lass dir heute mal ordentlich den schmutzigen kopf vom regen waschen. lass dir von den tausend füßen der pendler frische gedanken ins hirn trampeln. wach auf, kleines. ich kuschel dich trotzdem. du hast mir viel gegeben. und genommen. aber das gehört dazu in einer liebe.

meine arbeit ruft. diesem ruf folge ich nun. die siebenmeilenstiefel werden angezogen, da die sportschuhe zuviele löcher aufweisen. in berlin war das schlimm. regen ohne ende und nasses fußgut. nicht schön. und auf der arbeit möchte ich nicht unbedingt trocknen. da gibt es schönere orte, aber mir will gerade keiner einfallen. arbeiten wir heute in ruhe. vergessen wir starbucks und andere dinge, die unsere prominente aorta zucken lässt. pfeifen wir lustige arbeiterlieder und schwenken wir die fahnen.






steve hewitt fährt nun wieder pizza aus

steve hewitt ist gegangen worden. mädchen und jungen kreischen und stürzen sich von hochhackigen hochhäusern. trumpfen auf und verteilen ihre gedanken in der stadt.
placebo trennt sich kurz vor dem neuen album von hewitt. er war schon immer die geprellte hackfresse der band und nach dem dritten album hörte ich auf, diese band zu kaufen lieben.

'Being in a band is very much like being in a marriage, and in couples - in this case a triple - people can grow apart over the years.'

das war ja schon mit twiggy ramirez so. angeblich passte er nicht mehr zur musik, es gab innerhalb der band künstlerische differenzen. kein wunder, wenn man plötzlich auf kuschelrock im glamteigmantel umsteigt.






irgendwie vom schreiten...

ich musste letzte nacht mit der straßenbahn fahren. das tue ich oft, um an mein ziel zu kommen. ich gehöre nicht zu diesen schönen kindern, die zum achtzehnten geburtstag einen führerschein samt auto und hübscher freundin geschenkt bekommen. deshalb bin ich auf diese unschöne erfindung angewiesen. öffentliche transportmittel. klingt schon so übel. transportmittel. ein mittel zum transport. öffentlich auch noch. das ist das schrecklichste daran. und heute war es wieder einmal schlimm: ich stieg in die bahn und darin saßen mindestens zwanzig türken, die lauthals irgendwelches liedgut sangen, dabei mit den füßen auf den boden stampften und so taten, als würde ihnen das land gehören. ich war davon sofort angewidert. und vor allem von der lautstärke. was wollten sie damit bezwecken? waren sie auf dem weg zu einer dieser postmodernen abschiebungspartys? egal. das interessiert mich nicht. sie sind dann nach einer weile, als das transportmittel zu sehr unter ihrer last schwankte, ausgestiegen. dann kehrte wieder diese nette ruhe ein, die aber nur eine sehr kurze zeit anhielt. denn dann stiegen irgendwelche schicksen ein, die laut über ihr handy die aktuellen charts hörten. was ist das eigentlich für eine ekelhafte angewohnheit? außerdem klingt es blechernd und nervt. damals, als ich meine schicksen-phase durchlebte, bin ich auch ohne diesen kram ausgekommen. gut, damals gab es sowas auch nicht. man konnte ohne internet und handy auskommen. heute wäre das undenkbar. wo sollte man sonst all die tollen leute kennenlernen, wenn nicht auf urigen internet-partnerseiten?

oh, schon ein kommentar in der nacht. wie unangenehm. hatte diesen eintrag schon zu früh online gestellt, wollte ich ihn doch erst für den samstag schreiben. und nun denkt alle welt, ich bin so eine üble zensur-sau, die erstmal die beiträge eines ganzen jahres in kladde schreibt und sie dann in kleinen gruppen gegenliest. dabei trinkt man mate-tee und reibt sich die genitalien mit brennnesselsud ein. und ich liebte es, als man noch ein 'n' einsparen durfte und es keinen interessierte.

früh bin ich aufgestanden, um den morgen zu küssen. mit zunge. glitschig, lyrisch und schön. nur die sonne scheint nicht. eigentlich scheint sie immer, nur versteckt sie sich hinter einigen dieser herbstlich verquollenen wolken, das schwarze ding. wartet auf bessere zeiten und spielt skip-bo mit den anderen dingen, die in der atmosphäre kreisen.

heute wird aufgeräumt. den ganzen tag. auch wenn der schon wieder dem mittag entgegenschnellt. dabei übe ich meine betonung für kommenden freitag. es ist grottig. und das alles nur für dem pöbel, das fußvolk, die ungewollten, die straßenbahnpassagiere. aus ihren dunklen löchern werden sie der flamme empor steigen und lauschen. ich bin gespannt. gestern hatten wir doch unser erstes zusammentreffen, unsere generalprobe. wir kennen uns nicht, sind uns noch nie begegnet. der märchenonkel, die allwissende, der politische und ich. welche umschreibung ich wohl in ihren heutigen gesprächen bekomme? der gutaussehende? der verwirrte? der junge, der keine korrekten texte schreibt, damit seine umwelt ihn komisch findet?

auf meinem rückweg schritt ich mit den texten in der hand durch das dunkle viertel. kaufte noch schnell an einer ecke zigaretten. im laden fragte mich das mädchen, das mir übrigens mehr als nur bekannt erschien, ob ich im stress sei. auf diese frage wusste ich nichts spontanes zu entgegnen. wieso fragt man sowas? wollte sie mir den kopf streicheln und balsamieren, antwortete ich mit ja? ich sagte nur, dass ich gerne etwas schneller gehe, das würde so toll aussehen. ich bin ein schreiter. den rücken durchgestreckt, die schultern nach oben gezogen und die schritte breit. wie john wayne. das haupt erhoben, damit ein jeder sehen kann, dass ich besser bin als sie. das kinn gespitzt, den körper in leder gesteckt. mein süßes jäckchen.

ich bin heute total daneben, denke, es ist sonntag. habe diesen beitrag am sonntag freigeschaltet, obwohl es samstag ist. wahrscheinlich fahre ich morgen zur arbeit und klingel sturm. keiner wird mir öffnen und ich wundere mich, warum ich nirgendwo brötchen bekomme. heute ist samstag. noch für einige stunden. atme tief durch, kleines.






modenschau in der ukraine

mein blog verkommt zur youtube-grotte. bald leuchten hier rote lämpchen auf und durch kleine apparaturen sprüht billiges parfüm. wo wir beim thema wären: die ukraine.
es gibt ein fantastisches video über eine modenschau in der ukraine. eigentlich ist es aber eher ein werbevideo für den bald erscheinenden film 'planet terror' - grandios, sage ich da nur:







springtime for hitler







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verweise

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kommentare

für immer
sollst du träumen - dir nie erwas abgewöhnen und schreiben...
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...irgendwas mit schnecken. Find ich gut, hier wieder...
Shhhhh - Sa, 23. Sep, 19:35
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mutter roch nach frühling. sie nicht. so sieht´s mal...
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