schnee

vorhin musste ich an den schnee in der kindheit denken. im halbschlaf kamen mir die erinnerungen. nein, ich rede nicht von drogen, ich meine dieses weiße zeug, das bei sehr kalten temperaturen vom himmel fällt. ich erinnerte mich daran, wie schön es damals war, im sonnenuntergang durch die wohnsiedlung zu wandern und die bäume zu beobachten, die sich unter der last des schnees beugten. der abend erschien erleuchtet.

dann die erinnerungen an die schulzeit, die durchsagen des direktors, dass wir uns nicht mit schneebällen bewerfen sollen, da schnee gefährlich sei. er erzählte dann wieder die geschichte vom kleinen mädchen, das in einem winter ihr augenlicht durch einen eisball verlor. das war gruselig und alle hatten wir angst vor dem schnee, auch wenn solche geschichten eher urbane legenden sind und solche vorfälle eher unwahrscheinlich sind.

schnee war toll. damals. jetzt nervt er. gelegentlich erfreut man sich an ihm, doch hat man ein anderes leben als früher. schnee ist nichtig. man hat kaum zeit, sich an ihm zu ergötzen. außerdem bleibt er kaum zwei tage liegen. früher war das anders. es gab sogar schnee bis hoch zum knöchel oder höher.

eine zeitreise wäre fein. ich würde noch einmal den schnee der kindheit fressen, mich darin wälzen und das mädchen retten, das einer urbanen legende zum opfer fiel.






irgendwie vom frühling...

grippe. erkältung. oder was auch immer das war, ist vorüber. die gesundheit stellt sich langsam wieder ein. es wird noch ein wenig schleim gehustet und böse geguckt. man sieht leicht ausgemergelt aus, doch das liebt man. so möchte in der bahn niemand neben einem sitzen, da sie denken, man hätte etwas ansteckendes. zwischendurch nimmt man noch die ätherischen öle durch den after und alles ist gut. und langsam schleicht sich nun der frühling heran. es wird wärmer und hoffentlich schöner. auf der wäscheleine hängen schon die bauchfreien shirts, die nur darauf warten, getragen zu werden. ich hingegen bin nicht bauchfrei, doch nehme ich es so hin. ab der 30 wird das gewebe schwach. der waschbrettbauch ist ausgeträumt. das wird nichts mehr. rosten wir lieber und essen dabei berge von schokolade. allein schon wegen des glücksgefühls, das sich 2009 noch nicht richtig einstellen möchte. kommt das noch von alleine? bestimmt. ja, bestimmt, kleines, durch irgendwas. vielleicht nicht durch glück, aber es kommt. eines tages fällt dir vielleicht der alte monitor auf den fuß und du schwebst in glückseligkeit. oder du bastelst dir einen kaubonbon aus rostigem staniolpapier. das hat schon vielen menschen geholfen, die zu sich selbst finden wollten.

gute pläne. die werden umgesetzt. danach kommt der rest. bis dahin ist der lebenslauf auf reset gestellt. alles andere nach hinten. "staniolpapier kaufen" wird zum highlight des jahres. ich schreibe dann dankeskarten an die industrie und all meine freunde, um sie darüber zu informieren, dass das staniolpapier mein leben rettete. danach führe ich mit 190 sachen gegen die nächste linde.

oft bin ich glück darüber, dass ich keinen führerschein besitze. nach spielen, wie "burnout paradise", müsste ich meine fahrlizenz aus selbstschutz sofort herunterschlucken. sicher würde ich an der ampel das nächste event suchen oder einfach ein roadrage-turnier auf der hauptstraße starten. nach dem ersten auto würde ich sehen, dass das echte leben und das der videospiele doch zwei paar schuhe sind. leider. daher bleibe ich doch lieber ermittler beim fbi.

ich muss nun dinge tun.






irgendwie vom neuen jahr und neuem glück...

"sehr geehrte frau vermieterin, als ich heute endlich die jahresendabrechnung in den händen hielt, war mein erster gedanke, dass sie sich doch am besten in ihr alternierendes knie ficken können. ich hasse sie schon lange und das loch ebenfalls, das sie als wohnungs auszeichnen. ferner kann ich es nicht gutheißen, dass der brief seit dem 29. dezember des vorjahres durch das das haus wandert, die nachbarn ihn schon lasen und ich nun ganze drei tage zeit habe, diesen wilden betrag zu bezahlen. eigentlich wollte ich ihnen die idee einer ratenzahlung unterbreiten, doch meine antwort in form einer toten ratte, sollten sie schon längst in ihrem vollgekoteten briefkasten vorgefunden haben." - das war mein erster gedanke für das antwortschreiben an meine vermieterin, die mir die jahresendabrechnung schickte. doch ich entschied mich für eine schönere formulierung und strich "alternierendes knie" heraus. und es ist wahr: der brief wurde der netten alten dame, die schon seit dem 23. lebensjahr in diesem hause spukt. in die hand gedrückt, um ihn mir zu überreichen. und es liegt einfach nicht in ihrer macht, ihn mir zeitig in den briefkasten zu legen. gestern klebte sie ihn mit klebeband aus dem dritten reich an meine tür, knaufte dabei wie eine masturbierende kuh. sie war es auch, die tagelang wie eine bekloppte meine schreckliche türklingel betätigte. ich hasse diese klingel. bei jedem klingeln rast mein herz. ich bin erschrocken von diesem geläut, muss dann in mich gehen und mich erneut finden. grauenvoll. eben rechnete ich schon einmal ein kleines stück der rechnung nach. 300 euro konnte ich von dem betrag schon abziehen. die alte frau wird mich wieder von unten herab ansehen und schon längst im haus verbreitete haben, was ich denn für ein schlimmer mieter sei, dass ich zum arschabwischen kein feuchtes toilettenpapier benutze und so. das jahr fängt gut an. ja, das tut es. ich verfluche es jetzt schon. eigentlich verfluche ich seit 2000 jedes neue jahr und warte auf die erlösung, die nicht kommen mag. mein schöpfer lässt mich leiden. er lässt mich sicher 150 jahre alt werden, die sau.

just richtete ich meinen schreibtisch neu ein. den alten computermonitor, den ich noch aus der ehemaligen saftfirma darauf stehen hatte, diente schon lange aus. die bildröhre hatte überdimensionale ausmaße. straßenkinder in indien basteln sich hüte daraus oder bauen bomben für ihren bandenkrieg damit. sollen sie ihn zurück bekommen. der spiele-heiko gab mir seinen alten flachbildmonitor, um wenigstens einen kleinen hauch luxus in mein leben zu lassen. dieser neue bildschirm ist ca.90% kleiner als sein vorgänger, hat aber die gleiche bilddiagonale, dazu noch sattere farben und einen auto-knopf, der den bildschirminhalt sofort richtig einstellt. vorbei sind die tage, in denen man sich durch hundert untermenüs quält, bis man die geeignete einstellung fand und sich dann tagelang damit unwohl fühlt, sie dann tagelang wieder umändert. ja, diese tage sind vorbei. und nun habe ich genug platz für anderen kram auf meinem schreibtisch. zudem wirkt die wohnung auch viel größer. hach, die sperrmüllanhänger werden sich freuen, dass ich schon wieder elektromüll an die straße stelle. schon vor drei wochen fuhren sie mit ihrem weißen lieferwagen vor und nahmen meine gerätschaften mit. ich liebe diese leute, die mit meinem mülle ihr herz streicheln. eine nette erfindung.

ich habe mein online-leben ein wenig eingeschränkt. ich zog mich zurück. bin ein neuer mensch. habe mich neu erfunden und bin der ansicht, dass das internet ein schlechtes ding ist. und das ist alles gelogen. noch immer bin ich die langweilige sau vom vorjahr. ich bin ein schlechter mensch und liebe das internet über alles. noch immer fülle ich auf unsinnigen seiten die profile aus und nutze den nutzlosen service bis zum erbrechen oder gar nicht. nein, meine abwesenheit ist damit rechtzufertigen, dass ich mir vom weihnachtsgeld eine "xbox 360" kaufte und nun mit dieser perle online bin. ich betrete online-welten, die mir jahrelang verwehrt blieben. an wundervollen spielen, wie "bioshock", darf ich nun teilhaben, sah sie mir die vorjahre ständig bei youtube an und weinte leise in meinen hebräischen bart. hach, es bereichert mein leben so sehr, dass ich fast sagen könnte, ich wüsste, wie sich der hauch kleinen glücks anfühlt. genug nun von gänseblümchen.

gleich schreibe ich ein paar briefe, auch den an die vermieterin. diese bringe ich frischgeduscht zur post und fahre danach zum männer-arzt. er muss da mal ein paar bedenkliche dinge nachschauen und entscheiden, ob ich um diese erleichtert werden kann. schauen wir mal. ich bin guter dinge, auch wenn eine diagnose wie mein sternzeichen heißen könnte. aber wir sind keine hypochonder und trinken algen nur aus mitgefühl.

für 2009 schrieb ich mir eine punkteliste:
-abnehmen.
-das "café del sol" meiden, da man dort eine knappe stunde auf seinen noch gefrorenen apfelkuchen warten muss.
-das bistro "candou" meiden, da man dort über eine stunde auf sein falsches essen warten muss.
-die weltherrschaft übernehmen.

diese punkte werden ergänzt und ich trage diesen kleinen zetteln in meiner geldbörse im verstaubten fach, wo eigentlich die großen geldscheine von einer klammer gehalten werden sollten. finde ich lustig, dass sie in indien genäht wurde, wo man doch dort in bildröhren und kühen bezahlt.

heute schaffte ich es endlich, mal vor 17h aufzustehen. ein famoses gefühl. ich sehe gar nicht so verbraucht aus um diese zeit. werde mich gleich in die dusche stellen und dieses tolle aromatherapeutische duschgel benutzen, das nach bergamotte und patchoulie riecht. dann meiden mich alle menschen und fragen, ob es in meiner wohnung feucht wäre. ja, könnte ich antworten. ich bin auch feucht und vollkommen unterfickt, könnte ich addieren, doch das unterließe ich dann, das es sich nicht gehört, unfreundlich zum pöbel zu sein.

ich muss jetzt etwas tun.






irgendwie unweihnachtlich...

ein beschissenes jahr neigt sich dem ende zu. es wird auch zeit, dass 2008 in vergessenheit gerät. ein widerliches jahr. nur einmal sex - und der war schlecht. sorry, baby, aber du hast es voll nicht gebracht. in der zeit hätte ich lieber mit lisa geknobelt oder über die herstellung von styropor philosophiert. habe beim akt eh die ganze zeit gerätselt, welches lied gerade im hintergrund läuft. aber man kann ja schlecht das schlachtfeld verlassen und im abspieler nachschauen, was gerade läuft. ein wenig anstand muss man haben, auch wenn es mir sehr schwer fiel, wach zu bleiben. doch in wenigen tagen ist dieses jahr geschichte. dann kommt 2009. und das ist sicher viel toller. jaja, das schreibe ich jedes jahr aufs neue und nie tritt es ein. die zeiten sind halt vorbei, in denen man sich aus kaugummiautomaten ernährt und mit zehn mark eine ganze woche auskommt. aus und vorbei. aber träumen und hoffen soll erlaubt sein. und eigentlich vertreibe ich mir gerade die zeit, da heute die post meine restlichen weihnachtsgeschenke bringen müsste. und bis jetzt war sie nicht da. die sollen mal zusehen, denn ich möchte zwischendurch auch noch einmal das haus verlassen und dinge tun.

anfang dezember verbrachte ich eine ganze woche in berlin. dort tat ich endlich dinge, die ich seit jahren vor hatte. ich besuchte mit kiki den 'gruselbunker', fuhr auf dem weihnachtsmarkt mit dem 'break dancer' und onanierte fast eine ganze woche nicht. das war aufregend.

den gruselbunker wollte ich seit jahren besuchen, doch leider kam es nie dazu. meine königin schwärmte mir von diesen bunker jahrelang vor. ein alter bunker, aus dem ein gruselkabinett erbaut wurde. auf der ersten ebene wird sich gegruselt, auf der zweiten ebene gibt es eine medizinische mittelalter-ausstellung und auf der dritten ebene eine ausstellung zum nutzen des bunkers im zweiten weltkrieg. wundervoll. eigentlich fürchtet man sich auf jeder ebene, mag keine tür öffnen oder einen neuen raum betreten, denn überall könnte der erschrecker (scareactor heißt es im fachjargon) lauern. ja, es gibt einen verzweifelten jura-studenten, der die gäste erschreckt. er wartet im nebel oder versteckt sich im schatten. dann springt er ohne vorwarnung aus der ecke oder bleibt dort einfach stehen. es ist grausam. und zwischendurch erschien er auch kurz in der ausstellung der dritten ebene. seit diesem tage liebe ich es, erschreckt zu werden.
da zwei mädchen zu sehr geängstigt waren, wurden kiki und ich gebeten, sie doch mit auf die runde zu nehmen, da wir die mutigen männer waren. in wirklichkeit wollten wir lieber die mädchen vorgehen lassen. die mädchen waren so verängstigt, dass sie auf der hälfte umgekehrten und vom erschrecker bis zum ausgang gejagt wurden.
wir wollten diese chance nutzen und uns in einem der räume verstecken, damit uns der erschrecker nicht findet, doch da war es schon zu spät, denn ein schatten huschte an uns vorbei. hach, es war so wundervoll. endlich konnte man sich in die rolle eines verschüchterten vergewaltigungsopfer hineinversetzten, das von seinem peiniger verfolgt wird. endlich versteht man die dummen protagonisten eines horrorfilms, die ständig in die falsche richtung laufen.

eigentlich mag ich diese volksfeste nicht mehr, dennoch lasse ich mich dazu überreden, sie zu besuchen. es ist mir zu voll und zu nervig. es sind nur freaks unterwegs und leute bleiben einfach stehen, man wird angerempelt und ist irgendwann von der suche nach gebackenem blumenkohl genervt, da einem die füße und der rücken schmerzen. doch wenn man mit freunden unterwegs ist, vergisst man gerne die gebrechen, die man ab dem alter von 30 fast täglich verspürt. und deshalb war ich vorgestern mit der königin & co. auf dem bremer weihnachtsmarkt. der ist natürlich nicht mit den unzähligen weihnachtsmärkten in berlin zu vergleichen, wo es riesige fahrgeschäfte gibt und sich die menschen gegenseitig tottreten.
jedenfalls wollten wir anschließend noch in bremen bowlen gehen, doch zur weihnachtszeit hatte man ohne reservierung keine chancen. so blieb uns nichts anderes übrig, als irgendwo alkohol zu trinken.

dieses blog hatte am 15. dezember seinen dritten geburtstag. glückwunsch nachträglich. sogar lisa hatte nicht mehr daran gedacht, dass wir vor drei jahren 20six den rücken kehrten. in dieser zeit ist viel passiert. angebliche freunde haben sich für immer verabschiedet, hunderte von träumen sind geplatzt und neue wurden geboren. und so wird es auch das kommende jahr weiter gehen. es ist der teufelskreis des lebens. eine spirale. ein conundrum.

es ist fast zwölf und die verfluchte post war noch immer nicht da. gut, in der vorweihnachtszeit bin ich sicher nicht der einzige, der auf eine sendung wartet. da dauert es bestimmt allgemein ein wenig länger, bis die herren der dhl an meine haustüre klopfen oder in meinen briefkasten urinieren. ich warte noch bis 15h, dann werde ich panik bekommen. morgen geht das spiel dann wieder von vorne los: ich stehe viel zu zeitig auf, damit ich mit frisch gewaschenem haar die tür öffnen kann und warte ohne ende. morgen sollte die sendung aber eintreffen, spätestens am mittwoch, damit ich noch ausweichgeschenke kaufen kann, da ich ja mit dem goldenen löffel in der fresse geboren wurde und eh alles doppel kaufe, was mir gefällt. ja, das treibe ich das ganze jahr über: ich kaufe irgendwelche dinge, bin auf dem heimweg so gelangweilt von ihnen, dass ich sie an der nächsten ecke einfach stehen lasse und etwas neues kaufe. so kurbel ich die wirtschaft an und mache menschen glücklich - vorausgesetzt, sie mögen fleece-mode.

lisa bekommt von mir einen neuen karton spendiert. sie wächst aus dem alten langsam heraus. nein, sie beschwert sich nicht. mit den jahren hat sie gelernt, sich mit wenigem anzufreunden. das ist eine gute einstellung, an der sich viele menschen eine scheibe abschneiden könnten. wir sollten mit herz schenken und nicht mit habgier oder übergroßen geschenken, die man am 27. dezember dann umtauscht und sich eine riviera davon kauft.

ich habe kalte hände und langsam wird mir flau. ob ich es wage, mir ein brot zu schmieren? immerhin könnte in dieser zeit die post kommen und ich schaffe es nicht mehr zeitig aus der küche nach oben zur tür. der postmann wäre angekotzt und würde einen orangen zettel hinterlassen. dann müsste ich morgen zur post laufen und mich stundenlang anstellen, da millionen von rotznasen noch auf den letzten pfiff pakete nach uruguay schicken müssen oder mit dem personal darüber philosophieren, warum ein normalbrief schon wieder 55 cent kostet.

der hunger macht mutig. ich werde jetzt in die küche gehen und mir unter herzrasen ein brot schmieren. ich esse gerne brot. danach fühlt man sich nicht so schuldig.






haptik und ich

"na, wie geht es ihrer haptik?"
- "och, sie fühlt sich gut."






zitat 546

Der Witz am Einzelhandel ist schließlich, daß ich die Waren persönlich in Augenschein nehmen kann; nicht – unter keinen Umständen – wünsche ich jedoch angesprochen zu werden. Beabsichtige ich allerdings einen Schuh anzuprobieren, so erwarte ich, daß umgehend dienstbare Geister lautlos um mich herum schwarwenzeln und sowohl schweigsam als auch ganz Ohr werdend, meine Direktiven entgegennehmen, gleichsam aufsaugen wie ein Haushaltsschwamm, namentlich mir die gewünschten Schuhkartons mit langem Arm und einem angedeuteten Knicks aushändigen und sodann, in botmäßigem Abstand, devot den Blick senkend, mit der Wand, respektive der Auslegware zu schemenhafter Undeutlichkeit verschmelzen wie ein stummes Chamäleon in der Winterstarre, bis ich ihnen eine weitere Schuhgröße zuraune, auf daß meinem Wunsch mit wieselhafter Geschäftigkeit und eifrigen Bücklingen entsprochen werde.

gefunden bei hightatras in der warenwelt. wurde sofort geliebt.






irgendwie von rachel portman und sonst nichts...

gott, plötzlich öffnete sich das wordpad-fenster und verlangte nach einem neuen eintrag. ich sagte ihm, dass ich gerade nicht in verfassung sei und lieber obsdirukutren mit chrysanthemen vermengen würde - doch das war ihm egal. ihm? es? egal. lassen wir das. ich gebe es zu: ich habe mich selbst zu einem blogeintrag gezwungen. ich goss mir vorher literweise irgendeinen discounter-wein hinter die binde und verlangte dann vom kreativen zentrum einen blogeintrag. dieses musste gehorchen, damit die hände wieder neuen wein nachschenken. es ist grausam, wenn sie der körper untereinander abspricht. jede einzelne partei kennt sich mittlerweile und kann die andere unter druck setzen: "wenn du nicht in fünf minuten über rot gehst, klappen wir einfach zusammen!" - und solche drohungen hat das großhirn oder irgendeine andere zentrale sowas von satt! ja. genau. und nun suche ich gerade einen neuen faden, denn diese einleitung gefällt mir nicht. es ist eine einleitung zum thema "körper". was soll ich großartig darüber schreiben? "körperwelten" lockt nicht einmal mehr obdachlose unter dem tisch hervor, da sie sich sicher sind, nicht gestohlen zu werden. jedenfalls ist es so bei den bremer obdachlosen. denen möchte niemand die haut abziehen. und niemanden interessiert, worauf mein körper anspringt, damit es sich das genital schnappt und es liebevoll umgarnt. nein, das möchte niemand wissen. außerdem weiß es sicher schon die halbe welt. und das ist recht peinlich. schrecklich, wenn man eine überleitung finden muss.

oh, es klingelt an der tür.

das war gelogen. aber durch diese spannende einlage sind alle leser vom vorherigen thema abgelenkt und denken an haustürklingeln, gelbe wände und obstikolunalen wandschmuck. und beim schreiben fällt mir ein, dass ich eigentlich viel zu wenig stoff für einen neuen eintrag habe. während ich das denke, denke ich schon voraus, sehe mich darüber berichten, wie ich den neuen computer aufbaue, das e-piano anschließe und eine famoses album einspiele. hach, das schreibe ich sicher sehr bald. ja, es wird bald kein traum mehr werden. das bestärkt mich.

gestern war ich mit meiner königin beim alumni-treffen. ich kaufte mir vorher ein neues schwarzes hemd und einen pullunder. ich liebe pullunder. pullunder sind schick. mein ex-vater trug ständig einen auf beerdigungen. und wenn ich auch bei einer beerdigung mithelfen durfte, trug ich einen seiner pullunder. nun besitze ich meinen eigenen und mag ihn kaum noch ablegen. er kleidet so schön, lässt einen dennoch streng erscheinen. ja, ich möchte nicht lieblich sein. man soll denken, ich wäre voll die kalte sau. danach würde ich dann auftauen und mein wahres ich zeigen.
gott, ich bin nicht betrunken genug, um solche sätze zu schreiben und für glaubwürdig zu halten - also lassen wir das.

jedenfalls war ich schick. die königin war auch schick - und eigentlich habe ich sie noch nie un-schick erlebt. sie erscheint immer wie aus einem magazin ausgeschnitten - nie mokelig oder ranzig - immer schön, bezaubernd und gepflegt, als würde sie täglich in frischer eselsmilch baden, was sie bestimmt tut.

die musik be- und verzaubert mich gerade. rachel portman. eine sehr unverstandene komponistin im filmgeschäft. warum eigentlich? weil sie eine frau ist? weil sie viel mehr gefühle in ihrer musik zeigt? ja, warum? sage es mir, oh, du filmgott, der alle komponisten in irgendeine verfickte schublade steckt!

"du schreibst immer so aggressiv, wenn du wein trinkst." - sagt lisa gerade. ich hole sie aus ihrer schachtel und teile ihr haar brüderlich mit einer geflügelschere. "wein ist ehlicher als bier.", sage ich dann. lisa schaut zu mir auf und lächelt, dann sagt sie: "auch wenn du die wörtliche rede falsch setzt, liebe ich dich von ganzem herzen und ich verstehe dich. wein lässt einen ehrlicher lachen, fühlen und weinen. bier hingehen kaschiert. es ist die droge der proleten, der fußballer. wein ist der nektar der poesie, der kunst der gedanken. ja, mein liebster twiggs, ich verstehe dich. du hast nach vier jahren endlich deinen eigenen korkenzieher gekauft und genießt die poeten-droge nun anders, als wenn du bier trinken würdest. du konsumierst nicht einfach, du trinkst das wissen. du verleibst dir die macht. du bist gott!" - gut, lisa übertreibt ein wenig, weil sie morgen gerne bis 15h wach bleiben möchte. ja, ich erlaube es ihr, dennoch spricht sie die wahrheit.

mmh, schließen wir das hier ab. lisa möchte mit mir nun zu der musik der rachel portman tanzen und mir fallen keine schritte ein. huch, ich höre seit einer halben stunde das selbe stück auf wiederholung und es ist mir nicht aufgefallen.

ach, rachel, ich liebe dich.






irgendwie vom schnee und alten socken...

der schnee ist weg und das ist schade, sah es doch am letzten wochenende so winterlich in meiner straße aus wie schon lange nicht mehr. ich stand sogar vor meiner zeit auf, um schnee zu schippen, was ich in meinem bisherigen leben noch nie freiwillig tat. einmal durch zwang, damals in vaters haus. geschippt. alles auf einen haufen. alles in der einfahrt. musste dann weggeschippt werden. woanders hin. unnütze arbeit für den papierkorb. machte ich täglich. nun ist schluss. wie mit dem schnee. und eben klingelte es an meiner tür. ich hasse meine klingel. meine klingel ist wie der buzzer eines alten weckers. ekelhaft. ich zucke jedesmal zusammen, wenn jemand auf meine klingel drückt. wenn ich niemanden erwarte, mache ich auch nicht auf. da bin ich komisch. ich mag keinen ungebetenen besuch und beschwere mich oft darüber, dass mich niemand mit seinem besuch überrascht. das kommt davon. oh, schneeregen am vierten dezember. und einen tag später wird johannes heesters 105 jahre alt. ob der dann wieder eine gala im kz dachau gibt? egal, 105 jahre sind recht viel. ich wundere mich, dass er dazu lust hat. immerhin sind alle freunde und die familie schon lange geschichte. das ist doch sicher öde. und alle jahre wieder einen zur bambi-verleihung zu fahren, ist auch nicht toll. das schon seit 60 jahren. ich würde mich langweilen. zwischendurch schaue ich dann in die sockenschublade und kratze meinen kopf. jede socke hätte ich in meinem 105-jährigen leben schon bis zum bersten getragen. "oh, hier, diese da...", würde ich meinen enkeln sagen, "...die trug ich damals als ich erfolgreich war!". sie würden nicken und weiter an ihrem alkoholkonsum arbeiten. gute kinder.

vorgestern machte ich mit spiele-heiko ein paar neue fotos bilder von mir. er meinte, ich würde mich schlecht verkaufen. ich brauche etwas mehr farbe in meinem leben. so ließ ich mich in spielzeugläden dieser welt ablichten, ließ den blitz bis tief in meinen milchkaffee folgen. nun habe ich neues bildergut für eine bessere welt. twiggs in bunt. ein fest für die augen. ein bleiches mondgesicht zwischen grinsenden plastikpüppchen. zwischendurch haben wir auch heimlich das sicherheitspersonal, das sich security nannte, fotografiert. sie sahen so toll aus, wie sie ihre hosen in ihre stiefel steckten und durch das gebäude marschierten. fast so wie homoerotische bergarbeiter, nur leider nicht so verschmiert und dreckig.

gestern sagte ich all meine verabredungen ab. eine sekretärin wäre toll. "betsy, streichen sie bitte den 15h- und den 20h-termin, reservieren sie außerdem für freitag einen tisch für zwei!". nein, ich würde nicht mit betsy essen gehen, man sollte berufliches und privates trennen. das war schon immer einer meiner beliebtesten fehler. gut, diese regel scheidet aus, sollte man in einem renomierten familienbetrieb arbeiten.
jedenfalls blieb ich lieber daheim und machte irgendwelchen kram, was ich gleich wieder tun werde. irgendwas putzen. sich ablenken, damit der tag vergeht. zwischendurch ein paar schachteln zigaretten rauchen und aus dem fenster sehen. dort sieht man nichts. nur eine wiese und gelegentlich schwererziehbare kinder.

nun verliere ich den faden und muss rauchen. morgen geht es mit der königin zum alumni-treffen. dafür mache ich mich dann schick. gut, ich ziehe halt das an, was ich zu konzerten, hochzeiten und beerdigungen immer anziehe. wörtlich: ich gehe recht normal, leicht leger, dennoch klassisch und fein. vielleicht lasse ich die unterwäsche weg, das würde dem ganzen rahmen noch etwas mehr würze verleihen.






zitat 236

Gut, ist genehm. Wenn du dich am Do. nicht meldest, geht dort das SEK hin. Mit mir spasst man nicht. Ich muss nun Salat essen. Bussi.






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