irgendwie von einkaufswelten und jack krauser...

mein urlaub ist vorbei. morgen um diese zeit habe ich schon feierabend. komme dann sicher zur tür herein und kümmere mich um meine wäsche. im urlaub, der mir wie ein halbes jahr erschien, kam ich da nicht zu. es zählten andere dinge. die musik, der spaß, der alkohol und das vergnügen. und die erinnerungen liegen brach. zuviel erlebte ich in den letzten tagen, kann mich nicht mehr entsinnen, was ich letzten montag tat. oh, doch. ich aß pizza mit herrn pisaura, danach gingen wir in eine bremer lounge, in der es mir gruselig gut gefiel. dort tranken wir einen cocktail mit dekadenten blicken auf die obdachlosen, die auf unseren tischen tanzten. geldscheine wurden in ranzige höschen gesteckt... - nein, so ist das nicht geschehen. habe mit vielen veranstaltungen und dem guten bremer gerstensaft mein gebrochenes herz geflickt. es ist nun wieder ganz und gehört wieder allein seinem besitzer.

am letzten freitag sah ich mir die buch- und dvd-präsentation von [13tershop] an, einem multimedialen dokumentarfilm, der mit dem korsakow-system erstellt wurde (nicht verwechseln mit dem korsakow-syndrom, obwohl das sicher auch lustig wäre). das korsakow-system wurde von florian thalhofer geschrieben. diese software basiert auf keywords (ich kann dieses wort nicht mehr hören). so ist es möglich, einzelne szenen miteinander durch bestimmte wörter zu verbinden. erzählt eine person z.b. über die liebe, werden einem neben dem hauptfenster weitere personen und geschichten zum gleichen oder ähnlichen thema/keyword vorgeschlagen. diese personen erzählen dann auch über die liebe, aber vielleicht auch über den tod oder arbeitslosigkeit. dadurch gibt es immer wieder neue verbindungen und der film wird jedes mal zu einem neuen erlebnis. zusammen mit kolja mensing stellte er am letzten freitag das neue projekt vor, das zwischendurch von hitzig kontroversen diskussionen von alternden lehrern unterbrochen wurde.
zur geschichte des films: thalhofer und mensing wohnten einen ganzen monat in einem bremer einkaufszentrum. sie hielten interviews mit den angestellten, den kunden und allen anderen, die vor und hinter den kulissen tätig waren. sie lebten auf dem parkplatz des einkaufszentrums. darüber hinaus führten sie ein tagebuch mit ihren eindrücken. für die musik des films zeichnet sich jim avignon/neoangin verantwortlich, der am freitag leider nicht zugegen war. sein kollege nova huta kam stattdessen vorbei und interpretierte einige stücke des soundtracks selbst, startete danach ohne negermaske mit seinem eigenen konzert. gekonnt und spontan nutzte er die kälte des bremer publikums im cafe46 aus und performte so einen grandiosen und recht abstrakten auftritt.
ein gelungener abend, der leider zu wenig besucher anzog. kaltes wetter, veranstaltung und bremen - sind keywords, die sich ungern miteinander vereinen lassen. traurig, aber wahr. und das 46 ist auch leider in walle und 200m von der straße gelegen. viele leute trauen sich zu später stunde nicht mehr nach walle, was auch verständlich ist. würde ich nicht immer so böse schauen, wäre ich sicher auch schon feige geworden.

ich muss gleich jack krauser töten. spiele gerade die extra-spiele, die man erhält, wenn man resident evil 4 durchgespielt hat. habe mir online ein paar kämpfe angesehen, leider waren all diese mit spezialwaffen, die ich noch nicht besitze. bin sehr knapp mit meiner munition. als leon war es recht einfach, krauser in die abgründe zu treten - doch nun spiele ich als frau. nichts gegen frauen. aber diese frau hat andere waffen und dadurch wird es alles etwas schwieriger gestaltet.

kämpft, macht sie frei!






häppy börßdey, schnegge!

eigentlich wird hier um punkt mitternacht zum geburtstag gratuliert - nur heute nicht. wegen der zeitzonen. und eigentlich gibt es kaum menschen, die um punkt mitternacht geboren wurden. die mütter danken es.

berni wird heute 33. eine schnapszahl. das kommt ihr sicher gelegen. nun lebt sie in kanada und dort ist es um diese zeit mitternacht. da dies ein internationales elite-blog ist, wird deshalb auf zeitzonen rücksicht genommen.

habe einen schönen geburtstag mit diet spritz up und parmesan im club pack. kuss aus dunkeldeutschland.

weiterführende links:
magenta's web recipes






zitat des tages 01

mein schneekönig auf last.fm:

"Wie romantisch du sein kannst! Ja, hören wir frei Musik, als wenn es keinen Zähler gäbe. - Ich fühle mich direkt wie ein politisch unterdrückter Flüchtling, der mit seiner großen, verzweifelten Liebe in einer schmutzigen Gasse einer repressiven Großstadt an der Mauer lehnt und gleich über die von der Staatspolizei überwachte Straße stürmen wird, den Tod oder schlimmeres im Auge..."






das erbrochene

es war schön. ein abend mit gemischten gefühlen. gespräche mit menschen, mit denen man sonst nie sprach. es sagte mir zu.

gerade durch den regen nach hause gelaufen. stiefel entschnürt und inbrünstig in die keramik erbrochen.
es war toll. grandios. fast so, als würde jekyll hyde abstreifen. entleeren wir unser inneres. gebären wir uns neu.

wunderschön. die türkische pizza formte im becken fragmente, die wirkten, als sähe man sie durch ein kaleidoskop.

der körper und seine raren funktionen beeindrucken mich.






negertreibstoff

mit schokoladen-treibstoff von großbritannien nach timbuktu

als ich diese überschrift in den elektronischen nachrichten las, dachte ich erst daran, dass sie nun eine möglichkeit gefunden haben, mit farbigen ihre autos zu betreiben. weit gefehlt.






irgendwie vom herzen...

endlich fand ich, wonach ich immer suchte - doch ich bekam es nicht. die letzten wochen lebte ich in einer welt, die von unbekannten farben gestrichen war. ich scherzte, war munter und lebte, irgendwie. glücklich. so nannte man das wohl. der tag begann mit einem lächeln, auch wenn man wusste, dass er scheiße werden würde. gedanken nur an eine person. vergessen geglaubte gefühle und empfindungen waren plötzlich dort. nie dachte ich, dass ich sowas noch einmal spüren darf. es war schön. so anders. aber es war alles unklar. was ist das nun? was wird daraus? fühlt er auch so?

nein. heute sahen wir uns kurz. er hatte andere gefühle. er brachte mir einige sachen mit, die ich bei ihm zurück ließ. nur mein herz nicht - das verweilt noch woanders.
gerade bin ich leer. nicht wirklich traurig. ist es doch ein gutes gefühl, eine klarheit zu haben. auch wenn sie so ausgefallen ist. dann verschwand er wieder. er fuhr eine lange strecke. nur um es mir zu sagen. das imponierte mir. das war eine ehrlichkeit, wie ich sie noch nie zuvor erleben durfte in dieser hinsicht. dafür bin ich ihm irgendwie dankbar.

es scheint mir nicht vergönnt, fröhlich durch das leben zu laufen. wahrscheinlich steht mir das ernste gesicht besser. ab morgen werde ich wieder verbissen schauen und dabei auf den boden gucken, wenn ich durch die menschenmassen der stadt irre. werde mir mein wallendes haar bis tief unter das kinn kämmen, wenn ich wallendes haar besäße.

eben verließ ich gedankenverloren das haus. es war wie im film: plötzlich begann es zu regnen. das war mir egal. den regen und die kälte nahm ich nicht wahr. nichts um mich herum schien real. ich war eingepackt in eine seifenblase, die sich langsam auflöste und mich zurück in die realität gleiten ließ schmetterte. habe alkohol gekauft. alkohol ist keine lösung, sagte meine liebste königin vorhin am telefon. das weiß ich doch. und sie weiß auch, dass ich es weiß. aber heute abend möchte ich meine gedanken mit bier abtöten. möchte irgendwann lallend zu toller musik vor meinem spiegel tanzen und so tun, als wäre ich noch glücklich.

morgen gehen meine könign und ich zu martin. sein salon konkurrenz hairstyling hat einjähriges bestehen und es gibt wieder eine show. wahrscheinlich mit wilden frisuren und mode. das schauen wir uns an. das lenkt sicher ab. und ich werde viele menschen wiedersehen, die ich sicher über ein jahr nicht mehr gesehen habe. irgendwie freue ich mich drauf. und ich freue mich auch für martin, dass all seine pläne so gut aufgegangen sind. er hat sogar den gründerpreis erhalten für seine waghalsige reise zur selbständigkeit.

michael nyman spielt mit seiner band gerade schöne musik für mich. ich werde mich den klängen hingeben und...

a) ...mich betrinken. werde dann irgendwann komatös vom stuhl fallen und mir den kopf am marmorflüge stoßen. in voller inbrunst werde ich verbluten und am nächsten tag von meinem zimmermädchen elisabeth gefunden werden.

b) ...mich betrinken. werde dann spät ins bett gehen und träumen.

c) ...mich betrinken. werde dann spät ins bett gehen.

d) ...in mir verweilen.

gott. so ein scheiß! antwort d habe ich mal gestrichen. sonst schreibt mir sicher so ein groschenromanverlag und zwingt mich, die nächste ausgabe zu schreiben. sie würde von einem gelockten arzt handeln, der sich in ein naives pferdemädchen verliebt.

aber lassen wir das. das ist voller insider, die eh nur meine königin versteht.

fein. genug für heute. ich widme mich nun einer meiner antworten.






irgendwie von vaters haus...

auf meinem rückweg nahm mich das schicksal bei der hand und führte mich unbewusst direkt an jenen ort zurück, den ich seit jahren mied. hätte ich doch auf die genaue anzeige am bus geachtet, dann wäre ich sicher nicht eingestiegen. eine fahrt direkt durch verdrängtes gedankengut. vielen dank, liebe bsag. die linie war nur eine kurzlinie. sie fuhr mich nicht nach hause, sondern hatte ihre endhaltestelle im gemiedenen ort, dort wo vater wohnt. gut, das klingt alles recht dramatisch. ich meide diesen ort nicht wirklich, aber in einer einleitung sollte man dinge wie "meiden" und "schicksal" nutzen, damit der leser weiterliest. sowas fesselt mich ungemein. da stand ich nun. der bus fuhr lachend weg, wusste er doch, dass ich dort nicht wirklich aussteigen wollte. so stand ich da. in der dunkelheit und musste zu einer ganz anderen haltestelle laufen, die ca. eine viertelstunde entfernt lag. eine tolle abkürzung fiel mir ein, die ich früher immer ging, um schnell zu dieser haltestelle zu gelangen. also lief ich freudig los. nichtsahnend, was es mit mir machen würde. da kam sie auch schon: die straße. dort wohnte ich einige jahre und dort endete alles. vaters haus. ich stand kurz davor und blickte durch die scheiben in das erleuchtete wohnzimmer. konnte niemanden sehen. mich hoffentlich auch nicht. mein hals schnürte sich zu, das herz klopfte unendlich stark und die augen wurden feucht. ich musste fort. mein atem rasselte und wurde schwerer. schnell fort. schnell fort von hier. das tat ich dann auch. ich ging meinen weg weiter. blickte zurück und der atem rasselte noch mehr. ist das eine panikattacke? keine ahnung, muschu, ich bin kein arzt. wahrscheinlich hast du einfach nur eine riesige klatsche!

auf dem restlichen weg zur haltestelle kamen mir pärchen entgegen, die im ersten moment wie vater und seine frau aussahen. ich erschrak. zweimal. blickte die leute an, als seien sie aliens oder würden traurige hüte aus nudeln tragen. nur noch einige schritte zur haltestelle. meine atmung erholte sich. es war schrecklich. die augen noch immer feucht und zittrig, wie der ganze rest von mir. irgendwann kam mein bus und ich konnte diesen ort verlassen. wahrscheinlich bin ich wirklich noch nicht für diese konfrontation bereit.

als ich meine mutter besuchte, zeigte sie mir ihr neues bad. zwei wochen wohnte sie in einer provisorischen unterkunft. nun war sie zurück und wurde mit einem altar belohnt. ihr bad ist so schön, vor freude wollte ich dort erst einen abseilen. dieses vorhaben verwarf ich dann aber sofort. ich wollte ihr den vortritt lassen, aber sie war schon vorher. egal. ein prunkvolles bad, lichtdurchflutet und schön. rosa schmetterlinge aus glas klebte sie quer in den raum. rosa schwämmchen, rosa, rosa, rosa - überall nur rosa. dazu trug mutter ein rosa tuch um den hals. sie sah aus wie ein bonbon. meine augen tränten fast im farbschock. so ein schönes bad hätte ich auch gern, aber dann ohne rosa. ich kam mir vor wie im barbie-ferienhaus. ich wartete darauf, dass ken und skipper zur tür herein kommen und mich mit küssen begrüßten. dann wären wir an den strand gegangen und hätten uns über ihre geschlechtslosigkeit unterhalten. später hätte ich mich gellend vor eine straßenbahn geworfen.

ganz beiläufig bei einem stück mikrowellen-käsekuchen erzählte mir mutter, dass valeska gestorben sei. ich verschluckte mich fast. valeska war weniger als eine alte bekannte. sie wohnte damals in dem ort meiner geburt. sie war gehbehindert und trug brillen mit faustdickem glas. sie wohnte in einer wohnung unter einem dach und brauchte fast drei tage, um dort anzukommen. obwohl sie nicht schön war, wurde sie ständig von irgendwelchen männern oder ihrer schwester ausgenommen. nach der scheidung meiner eltern, bei der unser süßer hund weichen musste, schenkte valeska meiner mutter einen großen hund aus porzellan. das war schön. und sie hielten kontakt. als es valeska etwas besser ging nach unzähligen operationen und sie fast wie eine prinzessin durch die gegend hüpfte, erlitt sie einen schlaganfall und konnte weder humpeln, noch sprechen. sie kam dann in ein heim, wo sie gepflegt wurde. sie rief meine mutter gelegentlich an und auch ich telefonierte mit ihr. sie konnte nicht mehr antworten, also haben wir ihr die ganze zeit etwas erzählt. wir waren ihr einziger kontakt. zu ihren beiden töchtern hatte sie seit mehr als dreißig jahren keinen kontakt mehr.
valeska starb am achten november, ab vierten hatte sie geburtstag. da lag sie schon im sterben. nun hat sie es geschafft. ich kannte sie zu wenig, um traurig über ihren verlust zu sein. aber ich freue mich für sie, dass sie es endlich geschafft hat. aber was mich wirklich in der erzählung zu tränen rührte war, dass ihre beiden töchter vorbeikamen, damit sie loslassen konnte. und nachdem die beiden bei ihr waren, schlief sie ein.

ich möchte keine kinder. würde höchstens auf welche aufpassen, wenn die eltern sie daheim vergessen. aber ich will keine eigenen. die befingern dann meine heiligen cds mit klebrigen fingern, kritzeln mit edding auf dem fernseher herum oder naschen von meinem peeling. nein, mein peeling teile ich nicht. da kann ja jeder kommen!

nun sollte ich gedankenverloren ins bett eilen. ein neuer tag wartet auf mich und wird mich mit sinnvoller arbeit beschäftigen. dieses wochenende ist zu schnell vergangen. aber ich habe einiges geschafft! meine wohnung kann nun wieder besuch empfangen, ohne dass ich mich für irgendwas rechtfertigen muss. ohne, dass ich bestimmte wäscheberge als kunst auszeichnen muss, damit sie nicht auffallen.






irgendwie von toten jungs und powerreinigern...

schrecklich, was einige menschen für musik hören. aber man sollte darüber nicht urteilen, da jeder das hört, was er mag. dennoch verachte ich euch zutiefst! das war das wort zum sonntag.
habe der frau mutter die aktuelle kuschelrock besorgt, damit sie freudig mit ihrem beschäler unter dem lichterdom tanzen kann. kuschelige musik für kuschelige leute. denkste. eigentlich nur der ganze schrott. xavier naidoo, der aus ethischen gründen nicht verlinkt wird, maria mena, silbermond und incubus sind nur einige der sogenannten top-acts auf dieser doppel-scheibe. den naidoo durfte ich mir einst bei meiner mutter einen ganzen nachmittag anhören. sie fand die texte so tiefgehend und die stimme so fragil. ich entgegnete nur, dass der naidoo eine indische kokshure sei und man sowas nicht hört. solche äußerungen mag sie gar nicht. zumal er in mannheim geboren wurde und nicht in indien. obwohl es da sicher kaum unterschiede gibt.

und während ich verzweifelt in die welt der musik blickte, entdeckte ich dieses schimmernde juwel: antony and the johnsons. sofort musste ich es mir besorgen - das album natürlich auch. verzaubert war ich. ob nun 'hitler in my heart' oder 'I fell in love with a dead boy' - eines schöner als das andere. formschöne balladen, zu denen man sich gerne ins bett kuschelt, um sich genussvoll die pulsadern aufzubeißen. habe das die ganze nacht gehört, bis in den morgen. und danach immer wieder. eine unvergleichbare stimme und wirklich tiefgehende texte fern von mannheim.

ich habe lust auf kaffee mit zimt drin. meine kaffeemaschine ist doof. außerdem habe ich keinen kaffee im haus. werde mir morgen mal so eine kanne mit schiebesieb drin zulegen, um so richtig alternativ meinen kaffee mit der hand zu brühnen, wie man das in der steinzeit tat. dabei träume ich dann von einer besseren welt - was ich eh ununterbrochen tue. irgendjemand muss diesen job übernehmen. danach male ich ein mantra und bete den schneegott an, damit er uns bald mit seiner weißen soße wonne beglückt. es wird zeit, dass wir ein schneechaos bekommen, wie damals 1944. freue mich auf die meldung von blitzkrieg blitzeis und vekehrsunfällen, stromausfällen und genickbrüchen. wahrscheinlich tritt das alles nicht ein. wir werden weihnachten in kurzen hosen auf irgendwelchen dächern sitzen und sommerhafte cocktails trinken. dabei lauschen wir die alten hits, die halt alt sind. klimawandel ist schon toll. sommerurlaub im winter. habe gestern sogar meine jacke öffnen müssen, da abends das wetter plötzlich so frühlingshaft erschien. das machte mir angst. schnell warf ich all meine fckw-haltigen produkte in den hausmüll, um ein besserer mensch zu werden und die umwelt zu schonen.

umweltschutz. eine tolle erfindung. einwegspritzenautomaten an jeder ecke. spritzen in den blumenkübeln auf der arbeit. hässliche menschen fahren in plastikschalen zur arbeit. man kocht aus fremdartigen bohnen einen sud, den man trinkt und mit einem stück metall umrührt. ein spachtel aus plastik zieht den alltagsschleim von menschlichen zungen, die sich vorher noch mit einer anderen zunge in einem fremden mund verknotete. man wäscht sich nach dem urinieren die hände, obwohl man einfach so ohne umschweife schwänze lutscht - die welt ist schon komisch. man sollte sich nicht so viele gedanken machen. sonst implodiert irgendwann das gewissen. gelbes sekret rinnt dann wieder aus den ohren und jeder weiß, dass man ein freidenker ist.

heute rasiere ich mich nicht. mache das später. habe da nun keine lust zu. obwohl mein bad fabrikneu glänzt. habe mir adritt gekauft, die behinderte schwester von cillit bang. ich falle ja nie auf diese billige werbung rein, wo frustrierte hausfrauen in ihrer schmierigen sozialbau-küche stehen und sich grämen, wie sie nun den herd säubern können, anstatt mal wieder zum friseur zu gehen. aber ich kaufte es mir dennoch. die flasche war so schön bunt - das kann nur gut sein! und das ist es. habe mein waschbecken damit eingesprüht, kurz atemnot bekommen und kleine funken hinter meinen augen gesehen. war fast wie pilzefressen. dann löste sich innerhalb von sekunden der dreck und der schranz des alltags. kurz drüberwischen. fertig. die armaturen sehen aus wie neu. habe alles damit eingesprüht. auch die zähne. alles strahlt. ich bin im putzwahn und bleibe sicher auf adritt hängen. werde süchtig und muss es mir täglich direkt in die iris fixen.

meine zigaretten neigen sich dem ende zu. sonst lege ich mich immer schlafen, wenn das passiert. nun habe ich da keine lust zu. werde musik hören oder im kellerflur tanzen. adritt schnüffeln. frösche lecken. pappen lutschen. gras grinden. irgendwas. nur nich an zigaretten denken.






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