nachruf - maurice jarre

Maurice Jarre war einer der wenigen Komponisten, dessen Filmmusik ein tatsächliches Eigenleben entwickelte. Seine kunstvollen Arrangements für "Doctor Zhivago" (1965) und "Lawrence of Arabia" (1962) waren nicht nur kongeniale Beiträge zu großem Kino, sondern auch jenseits der Leinwand populär: "Laras Theme" aus Dr. Schiwago wurde mit seinen Balalaikas ein echter Evergreen.

quelle: die presse







irgendwie eitergelb...

ich bin ein gebranntes kind. was für ein satz. so würde sich der klappentext meiner autobiografie lesen. dadurch würde sie zu einem verkaufsschlager werden und bräuchte kaum inhalt. aber leider ist noch keine zeit, um sie zu schreiben. das gebrannte kind ist noch jung, auch wenn es sich im spiegel so alt findet, dass es sich gelegentlich vor schreck erbricht.
gebrannt ist es, weil es jeglichen eigenlärm zu vermeiden versucht. ja, ein ruhiges kind ist es. es hält sich an die mittagsruhe, hört leise seine musik und ist stets freundlich zu seinen nachbarn. dieses kind als mieter zu haben, ist wie ein traum vollmundiger schokolade auf entfernten brüsten. doch heute morgen machte das kind, das ja eigentlich ein ausgewachsener junger mann ist, lärm. er, der junge mann, holte seine mülltonne zurück ins haus und stieß mit ihr extra an alle möglichen wände. er hob die tonne sogar an und ließ sie graviation spüren. der polnische nachbar beobachtete ihn dabei, fand das spektakel verwirrend und warf dem jungen mann einen komischen blick zu. gut, die nachbarn schauen immer komisch, wenn der junge mann seine kellerwohnung verlässt. wahrscheinlich haben kellerwohnungsmieter eine aura der eigenartigkeit um sich. sie ist eitergelb. eitergelb ist sicher eine neutrale farbe, dennoch so gelb wie eiter. und eiter ist nie neutral. eiter schiebt bakterien aus den wunden. wie romantisch das klingt. "ich eitere - und das ist gut."
jedenfalls ist die zeit der rücksicht vorbei. nun bekämpfe ich, der junge mann, das kind, feuer mit feuer. die nachbarn halten sich nicht an die geheimen regeln, an die er sich immer hielt. gut, die nachtruhe hält er schon ein, obwohl er das sicher nicht müsste.

gott, klingt das alles rebellisch. es ist nur so, dass ich heute morgen um kurz vor acht von lautem mülltonnenkrach geweckt wurde. irgendjemand lauerte wohl schon einige stunden vor meiner tür und dachte, dass es erlaubt ist, ab acht uhr in der frühe mülltonnen eine steile treppe hinunter zu werfen. mein schlaf war eh komisch. ich träumte von den kreaturen aus einem film, die schlafende beobachteten und darauf warteten, mit ihren zungen in die intimen gedanken ihrer opfer vorzustoßen.
der krach vor meiner tür weckte mich. und kurz darauf wurde wieder wäsche gewaschen. es kommt mir oft so vor, als würden die meisten menschen dieses hauses ihe zeit nur im keller verbringen. gut, bei mir trifft diese tatsache zu, da sich meine wohnung hier unten befindet. die wohnung mit den eitergelben wänden. hier ist alles eitergelb. auch die träume.

die welt ist trist. da erfreut man sich an der frühlingsstimmung aus der weichspülerflasche. sie überdecken damit den geruch ihres faden lebens. oder den geruch ihres alters. ich kann es trotzdem hinter ihren weichspülerfassaden riechen. ich rieche ihre lügen. ihre aufgesetzte freundlichkeit verbergen sie hinter weichspüler.
einst beobachtete ich meine nachbarn, wie sie weichspüler direkt aus der flasche tranken und sich dabei intim streichelten. und dieser satz war eindeutig gelogen, dennoch ist es eine schräge vorstellung.

gerade erklingt michael nyman wieder einmal in meinem eitergelben raum und erfreut mich mit seiner musik. schöne musik für einen grauen morgen, der ein grauer tag bleiben wird. vorhin kaufte ich saft verschiedener früchte und gemüsesorten, zudem noch käse. und wenn ich mir die produkte und ihre verpackungen ansehe, stelle ich unverwundert fest, dass auch sie eitergelb sind. alles hier ist unmerklich eitergelb. mein leben ist eiterhaft. "lebe heiter eiter!" - und nach diesem satz band ich mir eine alte frau um den hals und lebte fortan unter wasser.

gestern sah ich "the haunting in connecticut". er erinnerte mich sehr an amityville, ebenfalls eine auf wahren begebenheiten basierende spukgeschichte von einer familie, die von bösen geistern heimgesucht wird, die in ihrem haus weichspüler trinkt lebt. ich störte mich schon immer an dem zweiten "c" in "connecticut". und aus diesem grund möchte ich dort auch nicht wohnen. der film bot zwar auch nichts sonderlich neues, ist aber schaubar. teilweise auch durchschaubar und hinterlässt zwischendurch auch das gefühl von einem alten "poltergeist 2". und eigentlich griff der film alles auf, was wir schon kennen: es gibt einen jungen mann, der für verrückt gehalten wird, da er in seiner derzeitigen situation tote menschen sehen kann. erinnert alles zuerst ein wenig an "the sixth sense", denn der priester, den er kennenlernt, sagt ihm, er müsse die toten fragen, was sie denn von ihm wollen. und ein priester ist in solchen filmen immer wichtig. denn priester entdecken oft das böse. und welcher film hat keinen priester? und "amityville horror" besaß ebenfalls einen priester, der gegen das böse kämpfen wollte. und ebenfalls besaß dieser film auch gebrechliche kinder, die durch ihr unheil hinter die fassaden blicken konnten.
mit alten schrecken wartet dieser film auf und versucht uns zu gruseln. in einigen szenen schafft er es auch. und die hauptdarstellerin ist wundervoll. virginia madsen. ich mochte sie schon 1992 in "candyman". und in diesem film zog sie alle register und bewies, dass sie nicht nur debil gucken kann.

natürlich träumte ich schlecht nach diesem film. ich kann auch gar nichts mehr ab. und nun muss ich kässe essen.






der alte mann und der müll

'gott holte ihn zu sich, er hat nun eine andere aufgabe für ihn.' - das wurde aber auch zeit, dass jemand dieses armes geschöpf erlöst. obwohl ich nicht glaube, dass er/sie/es eine großartige neue aufgabe für dieses gottverlassene wesen hat. er hält gott doch nur auf und fragt sicher viel zuviel. angenommen, ich wäre gott - lassen wir einmal die ganzen gemeinheiten außen vor, die ich als gott ausführen würde - was sollte ich mit einem zurückgebliebenen mann anfangen? aus welchem grund sollte ich ihn zurückrufen? gut, china rief vor kurzem auch seine fehlfabrikate zurück… aber gott?

von wem ich spreche? mmh. wir berichteten (müll, vom 17.01.2007). oh, dieser müll-vorfall ist schon wieder zwei jahre her? wie grausam. seitdem hatte ich aber nie wieder solch einen vorfall.

moment, ich muss kurz dreimal auf holz klopfen.






zitat 573

andernfalls? ja, du bist ein ungeliebtes wort in der deutschen sprache, da jeder denkt, du wärst falsch. ich küsse dich, andernfalls.

quelle: twitter






irgendwie von admiral vernon und seinen erfolgen...

'dort würde ich auch wegziehen, in dieser gegend brennt es viel zu oft', sagte die königin am telefon, als wir über meine umzugspläne sprachen. und heute abend roch es wieder nach verbranntem menschenfleisch in den straßen. irgendwo in der nähe entschied eines der häuser, seinen zinnen einzuheizen. wieder einmal brannte ein mehrfamilienhaus. entweder schlief opa mit der zigarette ein oder irgendwelche leute wollten schauen, ob gas wirklich brennt. und die königin hatte recht: es brennt ständig in dieser gegend. und dies ist ein grund mehr, hier wegzuziehen. gerade jetzt, wo mein haus eine schlanke gasheizung spendiert bekam, die vom vermieter selbst eingebaut wurde. wenn ich an die schwache stiftführung in seiner unterschrift denke, möchte ich nicht wissen, welche art von gerippe er in den neuen heizungskeller bannte. wie lange wird es dauern, bis auch wir in kleinen aschehäufchen an der hauptstraße enden? gut, wir würden dann immerhin in der zeitung stehen. noch besser: nur ich. immerhin wohne ich direkt neben diesem tollen heizungskeller und rauche wie ein schlot. romantisch. bestimmt.

es klopfte noch spät am küchenschrank. ich öffnete genervt. hinter wertvollen sammeltassen versteckt stand admiral vernon. das ist eindeutig gelogen, aber irgendwie muss man einen spannungsbogen aufbauen. vernon sah mir mit seinem heroischen blick tief in die augen, sein nicht vorhandener bart kräuselte sich an seinem nicht vorhandenen kinn. 'da bist du, junge, ich habe auf dich gewartet', sagte er verstaubt und war sich dabei nicht sicher, ob wirklich ein komma nach seiner wörtlichen rede richtig gesetzt schien. ich war verblüfft. seit mir "admiral vernon" das erste mal begegnete, vergingen eine unzahl an tagen. ja, ich erinnere mich, wie ich ihm bei bernie und john aus canada begegnete. leider begegnete ich ihm nicht in canada, sondern in bremen, als ich ihre katzen hütete. ich bin tödlich allergisch gegen katzen. dennoch muss ich sie anfassen und ihnen meine sympathie durch tiefeninhalation ihres felles darbieten. 'ich liebe euch, ihr vor angst kotzenden blagen!', schrie ich einst im supermarkt. alle anwesenden schauten mich ängstlich an und kauften verwirrt eisbergsalat. hach, und in dieser nacht, als ich die katzen hütete, wandelte ich durch die fremde küche. ergötzte mich an der sauberkeit, die nur oberflächlich war. als ich nämlich die küchenschränke putzte, fand ich den wahrhaftigen gilb. nein, ich putze nicht, wenn ich auf deine katzen aufpasse. schmink' es dir ab. bernie und john sind irgendwann nach kanadien gezogen und ich bot mich an, ihre küchenschränke zu putzen. das ätzende putzmittel konnte es kaum mit dem schmutz aufnehmen. aber das macht nichts. ich bin auch eine sau. schau mal unter mein bett, muschi.
jedenfalls liebte die katze mich (zu dieser zeit war es nur eine). sie krabbelte meine nackten beine hoch wie reinhold messner irgendeinen unbedeutenden steinhaufen.

jedenfalls war es die besagte nacht. ich liefe durch die ellenlange küche und stand gelangweilt vor einem regal. penisnudeln waren dort auch vertreten. ich hasse gag-geschenke. mein bruder wünschte sich einst das neue album irgendeiner metal-band und bekam flugs ein hustendes aschenbecher-klo von einem freund geschenkt. er ließt uns alle seine zufriedenheit spüren.
ich verheddere mich. ich hole zu weit aus. kehren wir zurück.
achja. in diesem regal fand ich "admiral vernon" und er wurde zum inbegriff der wundervollen namen für mich. sogar im zweitklassigen spiel "worms" musste immer ein wurm "admiral vernon" heißen. nachdem ich die fremde flasche in einem zug austrank, schrieb ich ein wildes gedicht über diesen famosen tropfen. doch an dieses gedicht kann ich mich nicht mehr erinnern. auch nicht an das biber-gedicht, das ich einst für sibylle berg schrieb und im gegenzug eine handsignierte cd geschenkt bekam. 'in bremen ist es auch ganz schön. auf der durchreise.', schrieb sie in zerbrechlichen lettern, die mich zutiefst zu tränen zwangen. ach, sibylle, warum bist du nicht mehr so abgewichst?

wir sind alle nicht mehr so abgewichst wie früher. da können bestimmte leute ein lied von singen. ja, baby, ich meine dich. mal sehen, wer sich nun angesprochen fühlt, denn ich hatte niemanden in gedanken.

ich schreibe unfug. aber das ist alles nur fassade, um von meinen sehnsüchten abzulenken. ich lausche wundervoller musik und hasse sie dabei, weil ich nicht so walten kann, wie ich es gerne möchte. 'ja, baby, setze dir ziele!', sagt ein unbekannter, der schrägschrift nicht verdient. was weißt du schon von zielen, unbekannter? ziele, wünsche und hoffnungen. alles ein dreck. betonung auf "alles", nein, eher auf "ein", oder nur auf "dreck"? ach, betone doch, was du willst. ich mache nun einen schein-absatz.

admiral vernon kommt näher und streichelt mir durchs volles haupthaar: 'ich dachte, du hättest schon längst eine glatze, aber es fühlt sich an wie ein afro!', sagt vernon angewidert. und er hat recht. vor samstag muss ich unbedingt zum friseur. ich weiß nicht mehr wohin mit meinen haaren. und wie sollen sie diesmal aussehen? gehe ich noch einmal zu nadja? sie schneidet nicht schön, aber sie schweigt dabei. ich kann es nicht ausstehen, wenn ich mich mit friseuren unterhalten muss. schweigen ist auch nicht toll. aber wenn der friseur der deutschen sprache nicht mächtig ist, habe ich kein problem damit, nichts sagen zu müssen.

wilde erinnerungen durchdringen mich. plopp! mein bruder liegt auf seinem bett, ich auf dem boden. mein kopf wird von einem ding mit kordeln daran gestützt. es dient eigentlich als ablage der füße. mein bruder ist angeheitert. über die boxen schallt "hannes wader". mein bruder erzählt mir vom leben. ich lausche. plopp! ich werfe meinen schnuller eigenhändig in den mülleimer, mutter freut sich. plopp! ich bin bei einem freund im hochhaus zu besuch. habe angst vor dem fahrstuhl und springe in irgendeiner etage heraus. es gibt dort kein treppenhaus. nur den aufzug. ich bekomme panik. plopp! ich bringe zaziki mit und es ist noch halb gefroren. plopp! nach dem töpfern springe ich enthusiastisch einer fremden mutter in den einkaufskorb. ich schäme mich zu tode, sie findet es lustig. plopp! ich muss im konfirmandenunterricht eine strafarbeit machen, da ich während des unterrichts mit dem verkrüppelten jan sprach. plopp! 'da ist ein florian, der dich gerne kennenlernen möchte.', sagt eine stimme. doch ich bin nicht interessiert, da ich mein unheil an der hand halte. plopp! ich schlafe in mutters neuer wohnung auf dem boden ein. als kopfkissen dient ein stück alter teppich. die wohnung ist noch nicht eingerichtet. was mache ich hier? plopp! ich erhalte meinen einzugsbescheid per post. sofort höre ich "the beautiful people" auf wiederholung. tagelang. plopp! sie weint. es bricht mir das herz. dabei wollte ich ihr nur mitteilen, dass ich woanders hinziehe. plopp! wir wollen immer freunde bleiben, capper? plopp! ach, wir werden uns ewig kennen. auch die zeit kann uns nicht im wege stehen. plopp! da ihr nicht die polizei gerufen habt, dürfen wir nun freunde bleiben, sagt meine mutter. plopp! komm' mal in den keller, ich muss dir etwas zeigen! plopp! es regnet. wir essen süßigkeiten. ich mag die sauren pommes nicht. er wirft alle süßígkeiten in den mülleimer. es waren meine fünf mark, die er mir stahl, aber ich bin zu jung, um ihn zu verklagen. plopp! ich spiele gitarre. plopp! ich bin der letzte, der zu seinem grab geht. plötzlich weht laub vorbei. fast wie im film. ich nehme etwas sand in die hand und sage zu ihm: 'bis bald. plopp! seine hände fahren durch mein haar. plopp! ich überlege ein drittes und ein viertes mal, dann kaufe ich endlich "silent hill 2". plopp! wir finden es toll, dass sie sich auf diese stelle bewerben, obwohl sie selbst wissen, dass wir sie niemals einstellen würden. plopp! ich habe dein lied gehört. wollen wir nicht vielleicht zusammen musik machen? plopp!

huch, ich schweife ab. ungewollte. entschuldigung, geneigter leser, dass ich gerade jetzt so viel einblick gewähre. in zukunft werde ich das unterbinden.

ich verspreche es.






irgendwie nicht vom glück...

gestern fing ich an, einen neuen eintrag zu verfassen, verwarf ihn dann aber. er behandelte die themen liebe, glück und dates. ein thema, das mir derzeit nicht sonderlich behagt. außerdem schrieb ich über diese dinge zuhauf und der geneigte leser würde währenddessen entschlafen. es gab einige satzanfänge, die mich in eine sackgasse beförderten. die abhandlung "was ist glück", konnte ich nicht zum ende bringen. dies ist kein philosophie-blog. also hören wir gleich auf mit diesem tiefsinnigen kram und schreiben lieber über dosenfleisch. dosenfleisch ist wohl die schönste erfindung, die menschen jemals erdachten. nein, auch dieses thema mag ich nicht bearbeiten. eben besuchte ich den lidl nebenan. dort kaufen wieder menschen ein, die ich sofort als "gruselig" oder "entartet" einstufen würde. menschen mit fettigem haupthaar, die nur drei limetten kaufen. solche menschen sind mir suspekt. sie machen mir angst. besonders, wenn sie noch nach erde riechen und sich in der saatgut-abteilung die einzelnen tütchen ansehen. sie träumen den ganzen tag vom melken und von bioprodukten, dreckigen schenkeln und fäkalsex im silo. ekelhaft. da juckt mir sofort die lippe.
und dann stand ich wieder in der schlange an der kasse. eine nervöse frau spielte die ganze zeit mit ihren einkaufstaschen. sie raschelten. das nervte mich. gerne hätte ich sie damit erstickt. kurz vor ihrem letzten atemzug hätte ich sie gefragt, was glück ist.

gott, da sind wir wieder bei diesem schrecklichen thema. und nun fällt mir auf, dass ich den gestrigen einstiegs-text noch immer hier liegen habe. die tinte ist von tränen verwischt. und das ist gelogen. ich schreibe niemals in kladde. das tat paul sheldon auch nie. es gab nur ein original. das wurde ihm ja auch zum verhängnis, als annie wilkes seinen neuen roman nicht mochte. hoffentlich gerade ich niemals an eine dicke frau, mit der ich eine wohnung teilen muss... huch, das passierte schon. ich besaß für einige monate meine eigene annie wilkes.

und hier mein text von gestern:

"wieder die möglichkeit auf ein date gehabt und nicht darauf eingegangen. das geschieht ständig. aber es ist in ordnung. derzeit habe ich auf solche dinge keine lust. dieses kennenlernen, die ständigen gespräche über hobbies und lieblingsbücher. nein. das ist mir zu anstrengend. wieso muss denn immer alles so kompliziert sein? achja, man sucht etwas mit hirn. das macht die sache so anstrengend. würde man nicht auf ein hirn beharren, könnte man einfach irgendeinen heini vom markt abgreifen, ihn sich auf das sofa setzen und die langeweile genießen. unterhaltungen? hach, die sind in der heutigen zeit out und außerdem überbewertet. und wenn man sich nicht unterhält, gibt es auch keine streitereien. so lebt man gelangweilt bis an sein lebensende. das macht zwar nicht glücklich, aber das ist auch egal. was macht schon glücklich?
huch, ich komme gerade nicht weiter mit meinem text. die letzte frage brannte sich zu sehr ins hirn, das nach einer passenden antwort suchte. da fällt mir diese aufgabe ein: ich sollte vor geraumer zeit einen text über "was ist glück?" verfassen. eine halbe seite sollte es mindestens werden. ich schrieb drei seiten. der empfänger war nicht erfreut. er wollte eine klare antwort auf seine frage. mmh, hier komme ich auch gerade nicht weiter. jetzt könnte ich erzählen, wie sich an dem heutigen tag mein leben veränderte, glück verspürte, sich dann wieder änderte und sah, dass wahres glück nicht existiert. und hier komme ich gerade auch nicht weiter.

traurig ist es, aber wahr: wir können alle viel schöner schreiben, wenn wir neun promille im blut haben. dann fliegen die sätze einem zu und man kann sich kaum vor ihnen retten. schnell den lyrischen schirm aufspannen und hoffen, dass nicht zu viel herunter tropft."

ich bin noch immer der ansicht, dass gespräche alles zerstören. aber nicht vorhandene gespräche zerstören ebenfalls alles. deshalb befinden wir uns in einer sackgasse und führen diese abhandlung nicht fort. wir geben sie auf und widmen uns wieder den kunden im lidl. oder im aldi. vielleicht auch im plus. der aldi hat verloren. vergebens suchte ich nach in honig geröstete macadamia-nüssen, die es dort letzte woche im angebot gab. sie waren so lecker, dass ich den gang zur waage vermied.

nun muss ich mit der ersten staffel von "lost" beginnen. kiki aus berlin verlangte danach.






zitat 19

Heimat, du zwiespältiges, angenehmes, widerwärtiges Ding. Du bist wie ein Finger, der nach Arsch riecht.

quelle: kathrinpassig auf twitter






"the wild bunny" by sander cohen

I want to take the ears off
But I can't
I hop and when I hop
I never got off the ground
It's my curse
My eternal curse!
I want to take the ears off
But I can't!
It's my curse!
It's my fucking curse!
I want to take the ears off!
Please!
Take them off!
Please!


die originalversion aus dem spiel "bioshock" gibt es hier zu hören. sander cohen ist gott.






irgendwie vom bateau en papier sur l'atlantique nord...

yann tiersen. atlantique nord. wunderschön. keine ahnung, was das heißt. aber ich schätze, dass der nordatlantik gemeint ist. jedenfalls klingt es so. wäre ich gerade am nordatlantik, würde ich so auf meinem taschenklavier spielen. kleine wellen, die triolenartig meine hageren knöchel umspielen, während ich auf einem papierboot die welt erkunde. hach, das ist wahrscheinlich mein größter traum. romantisch ist es obendrein. der yann würde mitfahren, die königin, kiki, der schneekönig und der galgenterrorist ebenfalls. gemeinsam im papierboot, das aus altem büttenpapier von mir persönlich in trauriger stunde gefaltet wurde. den nordatlantik würden wir erkunden. wie axl rose würden wir mit delphinen um die wette schwimmen und uns gegenseitig kunststücke beibringen. los, brigitte, fang' den ring! - wer auch immer brigitte ist. wahrscheinlich ist sie die kombüsen-chefin, die wir in neufundland vor der überfischung retteten. sie schwamm kieloben. und da kam uns die idee, dass wir sie auf unsere reise mitnehmen, da sie sicher das geheime talent einer ausgewachsenen köchin in sich barg. Die bisher schwersten Katastrophen im Nordatlantik waren zwei gravierende Schiffsunglücke: Der Untergang der Titanic, die auf ihrer Jungfernfahrt 1912 mit einem Eisberg kollidierte und mit 1500 Menschen an Bord versank. 1915 ging der Luxusdampfer Lusitania vor der irischen Küste nach einem Torpedotreffer unter und nahm 1200 Menschen mit sich. Beide Ereignisse gehören zu den schwersten Katastrophen der Seefahrt.

vor einer stunde kam ich heim. vielleicht waren es auch zwei. ich kann mich nicht erinnern. zeit ist zeitlos in den gedanken. ich trinke etwas asbach mit zero aus einer übergroßen cappuccino-tasse. das maß der mischung ist schwer einzuschätzen. aber es kümmert mich nicht, denn heute ist samtag. danach kommt der sonntag. das ist nicht nur logisch, sondern auch unabwendbar. ich nehme das einfach mal so hin. außerdem sind die minuskeln meine besten freunde und lassen mich nicht im stich. die tasse leert sich von allein, ich muss nichts tun, nur der musik lauschen. atlantique nord. noch immer. ohne pause. hatte am wochenende einen ohrwurm und wünschte mir einen mp3-player mit nur diesem track darauf. mein ehemaliger player ist kaputt. das ist wirklich mehr als schade. eine schande. ich würde so gerne musik hören auf dem weg zum zigarettenautomaten. atlantique nord. den ganzen tag. dazu heimlich in den dunklen gassen der stadt tanzen wie ein trauriger clown. den ganzen tag nur zu triolen tanzen. yann macht gerne triolen. da haben wir beide etwas gemeinsam. ich liebe triolen - und damit meine ich nicht die dinger in den ohren, die man alle halbe jahre mit zahnpasta reinigen muss, damit sie wieder silbern glänzen.

gestern hatte frau mutter geburtstag. 59. wow. ich hole sie langsam ein. und mein spiele-heiko feierte ebenfalls gestern. eine nachfeier. wundervoll. auf zwei hochzeiten tanzen. das konnte ich schon immer gut. mit frau mutter ging es zum griechen. ein protziges lokal war das. aber mit salatbar. habe viel gegessen. ich dachte nebenbei an den film "das große fressen" und "sieben". man hätte meinen bauch nur antippen müssen und er hätte sofort seine geheimnisse preis gegeben. danach zum heiko. speisen meiden. speisen angesehen. speisen angeboten bekommen. speisen gemieden. machten ein komisches gefühl, während der kaumechanismus sich selbst imitierte. allein der gedanke an weitere speisen brachte mich vollkommen aus dem konzept. ich musste den nordatlantik summen, um mich abzulenken.

brigitte machte nach der abfahrt in neufundland spiegeleier. yann wollte keine, er mag so etwas nicht. er wollte sich lieber mit meinen minuskeln und seinen triolen ein paar schöne stunden machen. das war in ordnung. so aß ich zwei spiegeleier. yann ist so großzügig, ich freue mich, dass er herrn glass noch organisierte, der bei den kanaren zustieg. zu dritt philosophierten wir über triolen. der schneekönig band sich mit in das gespräch ein. so wurde es illustrer.

ich schreibe wirr. doch das macht nichts. ich habe es mir verdient. ich darf das.

im bus bin ich heute wieder eingeschlafen. sobald die zunge in den rachen rutschte, wurde ich wieder wach. der körper ist ein wundervolles ding voller weckmechanismen. schläft man auf seiner hand ein und sie ist kurz vorm absterben, wird man automatisch wach. das ist famos von xuxilbara eingerichtet worden.

ich schließe nun ab.






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